40 Millionen Euro für den Fernsehturm: Top, die Wette gilt …
Die Bürgerschaft gibt grünes Licht: Der Fernsehturm bekommt sein Geld. 40 Millionen Euro fließen in die Sanierung. Das Ziel: Der Heinrich-Hertz-Turm soll endlich wieder für Hamburger und Touristen öffnen, samt Hamburg-Rundblick aus rund 130 Metern Höhe.
Der Beschluss fällt fast einstimmig, nur die Linke enthält sich. Formal ging es im Rathaus am Mittwoch um eine Nachbewilligung: Das Projekt ist 2,6 Millionen Euro teurer geworden als geplant. Damit ist aber klar: Die Gesamtfinanzierung der Sanierung steht. Rund 40 Millionen Euro fließen an die Eigentümer des Heinrich-Hertz-Turms, die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG). 18,6 Millionen kommen vom Bund, der Rest von der Stadt.
Hamburg: Deshalb fließt das Geld
Bund und Stadt spendieren das Geld, weil die Sanierung für die private DFMG allein nicht zu stemmen sei. Der Turm ist ein Denkmal, gilt als Wahrzeichen und soll wieder für Besucher öffnen. Die Bedingung für die öffentliche Förderung: Der Fernsehturm muss 20 Jahre lang fürs Publikum geöffnet sein und wirtschaftlich betrieben werden. Geplant sind eine kostenpflichtige Aussichtsplattform im 14. Stock und eine Eventfläche im 13. Stockwerk. Die DFMG verpachtet den Betrieb an eine Betreibergesellschaft.
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Ganz unumstritten ist diese Entscheidung nicht: Die Linke hatte gefordert, dass die Allgemeinheit auch wirtschaftlich profitieren soll, wenn schon so viel Steuergeld fließt – zum Beispiel durch freien Eintritt. Mit dieser Forderung kamen sie allerdings nicht durch.
Fernsehturm: Das ist an der Entscheidung so brisant
Brisant ist auch eine Personalie im Hintergrund: Zum Betreiber-Konsortium gehört auch der Hamburger Unternehmer Tomislav Karajica – über die Home United Management GmbH. Doch Karajica hat im August Privatinsolvenz angemeldet. Auch mehrere Unternehmen seines Firmengeflechts sind insolvent, darunter Home United. Die MOPO berichtete. Gefährdet das den Betrieb? Das Konsortium lässt sich nicht in die Karten schauen und erklärte auf Nachfrage lediglich: „Das Projekt geht ohne Einschränkungen weiter“.
Politisch ist der Weg jedenfalls frei: Die zuständige Kulturbehörde wird nun den Zuwendungsbescheid erstellen, teilte der Behördensprecher der MOPO mit.
Doch selbst falls alles wie geplant läuft, brauchen Hamburger noch Geduld bis zum Rundumblick: Der Baustart ist erst für 2028 geplant, 2030 soll der Innenausbau beginnen. Die Eröffnung ist für die zweite Jahreshälfte 2031 vorgesehen. (nf)
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