Gewitterblitze am Himmel

Im vergangenen Jahr hat es in Hamburg ungewöhnlich selten geblitzt. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul

Kaum Blitze über Hamburg: Was war denn da los?

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2024 gab es einer Statistik zufolge in Hamburg besonders viele Blitze – ein Jahr später ist genau das Gegenteil der Fall. Doch warum war 2025 so blitzarm?

2025 hat es in Hamburg ungewöhnlich selten geblitzt. 77 Erdblitze zählte der Informationsdienst Aldis/Blids im Jahresverlauf. Das war ein großer Unterschied zu 2024, als besonders viele, nämlich 702 Blitze verzeichnet wurden. Die meisten Blitze gab es im Juni (35). Diese Entwicklung zeigt sich auch in den Zahlen für ganz Deutschland: Bundesweit (99.930) gab es nicht einmal halb so viele Blitze wie im Vorjahr, als das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten 209.619 Einschläge registrierte.

Warum gab es so wenige Blitze?

Nachdem bereits am zweiten Tag des Jahres 2026 während eines Wintergewitters ein Blitz in das Dach eines Mehrfamilienhauses in Iserbrook eingeschlagen ist, findet sich auch in den bis 2006 zurückreichenden Daten, die von Aldis/Blids vorliegen, kein Jahr, in dem es in Hamburg auch nur annähernd so wenige Blitze gab wie im vergangenen. 


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Doch warum war 2025 so blitzarm? Wetter ist komplex, die Antwort also vielschichtig, doch ein wichtiger Effekt ist relativ klar: In den meisten der gewitterträchtigen Monate war es schlicht zu trocken. Hohe Blitzzahlen gibt es typischerweise von Mai bis September, die allermeisten im Juni, Juli und August. Und laut Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es – abgesehen vom Juli und September – deutlich trockener als sonst. Zudem war es ausgerechnet im Juli zwischenzeitlich eher kalt. 

Feuchte, Energie und ein Hebeimpuls

Damit fehlte also relativ oft eine der zentralen Zutaten für Blitze: Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom DWD. Zudem brauche es große Temperaturunterschiede zwischen oben und unten und einen Hebungsimpuls, der dafür sorgt, dass die Luft vom Boden nach oben kommt – sei es ein Gebirge, Hitze am Boden oder auch ein Impuls aus höheren Luftschichten. „Oft geht es um die Mittagszeit im Bergland mit Gewittern los, die dann abhängig von den Strömungsverhältnissen ins Umland ziehen“, erklärt die Meteorologin.

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Es kommt auf die Zählweise an

Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze – also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken – und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter sieht das wie ein Flackern des Blitzes aus. In manchen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt, in der hier vorliegenden nur einer. (dpa/mp)

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