1,60 Euro pro Gramm: Darum gibt es in Hamburg jetzt Cannabis zum Dumpingpreis
Diese Adresse hatte für Aufsehen gesorgt: Ausgerechnet das altehrwürdige Chilehaus hatte sich ein Hamburger Cannabisclub als Ausgabestelle für seine Hanfprodukte auserkoren. Damit ist es nun vorbei: Die Freunde euphorisierender Blütenstände sind aus dem ehemaligen Kontorhaus rausgeflogen. Der Vermieter hat den Vertrag aufgelöst.
Am 16. März sollte es eigentlich losgehen mit der Gras-Ausgabe in der Hamburger Innenstadt. Dort hatte sich der Verein für Gemeinschaft Süderelbe e.V. mit dem sperrigen Kürzel VfG420 eingemietet. Doch als der Bürodienstleister Regus Wind von der Sache bekam, war es schnell vorbei mit Peace, Love and Happiness.
Bürovermieter Regus schmeißt Hamburger Cannabisclub aus dem Chilehaus
„Trotz eines, gemeinsam mit Regus und den zuständigen Behörden abgestimmten Nutzungskonzepts, verweigerte der Vermieter dem Verein kurz vor dem operativen Start den Zutritt“, erklärte Ju Surup Ottman, Sprecher der Anbauvereinigung. Besonders brisant aus Sicht des Vereins: „Regus bezichtigte VfG420 ‚vorauseilend‘ eines Hausregelverstoßes, noch bevor eine tatsächliche Nutzung der Räumlichkeiten für die geplante Abgabe überhaupt stattfinden konnte.“
Zu diesem Zeitpunkt war der Verein laut dem Sprecher bereits in „erhebliche finanzielle Vorleistungen“ gegangen und hatte sich für drei Jahre vertraglich gebunden. Die Miete für die Räumlichkeiten sei für drei Monate im Voraus bezahlt worden, hinzu kam die Kaution. Insgesamt haben die Vorleistungen nach Angaben des Vereins 20.000 Euro betragen.
„Es ist ein beispielloser Vorgang: Man hat uns die Nutzung untersagt, bevor wir überhaupt die Chance hatten, den Betrieb aufzunehmen – und das bei voller Vorauszahlung“, so Projektleiterin Birte Best. Empörend sei auch die Tatsache, dass Regus mit der Rückzahlung der Vorauszahlungen über 14 Tage gebraucht und die Zahlung der Folgekosten für den Umzug verweigert habe.
Georgsplatz: Hamburger Cannabisclub gibt Hanf zum Schnäppchenpreis von 1,60 Euro pro Gramm ab
Der Bürodienstleiter Regus war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Eine schriftliche Anfrage der MOPO ließ das Unternehmen unbeantwortet.
Die Anbauvereinigung VfG420 hat inzwischen neue Räumlichkeiten bezogen: Ab sofort findet die Cannabisausgabe montags, mittwochs und freitags gleich um die Ecke vom Chilehaus am Georgsplatz 1 neben dem Hauptbahnhof statt. Zum Start haben sich die Hanf-Bauern etwas Besonderes einfallen lassen: Eine inzwischen von der Regus gezahlte Schadensersatzsumme über 10.000 Euro wird direkt an die Konsumenten durchgereicht.
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Heißt: Das Gras wird zum Sonderpreis von 1,60 Euro pro Gramm abgegeben. Bei einer Mindestabnahmemenge von 12,50 Gramm macht das 20 Euro statt normal 40 Euro. Einzige Bedingung ist die Mitgliedschaft im Verein – und ein Mindestalter von 21 Jahren.