Hamburg

10.000 Roboter-Shuttles für Hamburg – die Preise für Tickets könnten überraschen

Edel: der Fahrgastraum eines Holon Movers. Der Kleinbus soll in Zukunft bis zu 15 Personen ohne Fahrer durch Hamburg fahren.
Edel: der Fahrgastraum eines Holon Movers. Der Kleinbus soll in Zukunft bis zu 15 Personen ohne Fahrer durch Hamburg fahren.

Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, soll aber in Hamburg zur Realität werden: Bis zu 10.000 Fahrzeuge sollen bis zum Jahr 2030 selbstständig in den Straßen der Hansestadt unterwegs sein, unter anderem Roboter-Taxis und -Busse. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hat jedenfalls schon eine überraschende Idee, welche Strecken teurer als andere sein könnten. Viele Hamburger könnten genau davon profitieren.

In sechs Jahren soll jede Hamburgerin und jeder Hamburger – egal, wo man sich in der Stadt befindet – innerhalb von fünf Minuten ein Verkehrsangebot zur Verfügung haben. Das ist der sogenannte „Hamburg-Takt“, von dem vor allem die äußeren Stadtteile noch weit entfernt sind.

Bis zu 10.000 autonome Fahrzeuge sollen in Hamburg fahren

Der Schlüssel, um das zu ändern, liegt laut Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) in der Digitalisierung. Er und Tjarks hatten vor einem Jahr vereinbart, Hamburg als deutsche Modellstadt für den autonomen Verkehr zu etablieren.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) steht vor einem autonomen Fahrzeug der Hochbahn.
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) vor einem autonomen Fahrzeug der Hochbahn

Vor allem auf der Straße soll der öffentliche Nahverkehr Unterstützung von On-Demand-Verkehren bekommen, um den erwarteten Fahrgastzahlen gerecht zu werden. On-Demand bedeutet, dass Hamburger diese Fahrzeuge auf Abruf bestellen können, wenn sie sie gerade brauchen.

Wie könnte die Preisgestaltung künftig aussehen?

Vergangene Woche äußerte der grüne Senator im Verkehrsausschuss erstmals eine Idee, wie die künftige Preisgestaltung aussehen könnte. „In der sowieso schon gut angebundenen Innenstadt würde ich On-Demand als Premium-Produkt des Öffentlichen Nahverkehrs beschreiben“, sagte er. „Deshalb macht es Sinn, dort einen höheren Preis zu verlangen. In einem optimalen Szenario gäbe es dann eine Quer-Subvention in die äußeren Gebiete.“

Bedeutet übersetzt: In den äußeren Stadtgebieten, wo eben nicht so viele Busse und Bahnen fahren, würde es dann günstiger sein, ein On-Demand Angebot zu bestellen, als in der City. „Das müssen wir uns angucken und prüfen“, sagte Tjarks. Fest stehe aber noch nichts.

Sie sollen bald selbständig Fahrgäste durch Hamburg kutschieren: Der „Holon“ der Hochbahn (links) und das Fahrzeug von Moia.
Sie sollen bald selbstständig Fahrgäste durch Hamburg kutschieren: der „Holon“ der Hochbahn (l.) und das Fahrzeug von Moia

Eine große Rolle beim On-Demand-Angebot werden die Fahrzeuge der Hochbahn und der VW-Tochter Moia spielen. Der „Holon Mover“ der Hochbahn kann bis zu 60 km/h fahren und hat Platz für etwa 15 Passagiere. Das Roboter-Taxi von Moia heißt „ID Buzz AD“. Es hat mithilfe etlicher Kameras und Sensoren eine 360-Grad-Sicht und ist bis zu 50 km/h schnell. 2024 werden beide Unternehmen erstmals Testfahrten mit einer ausgewählten Gruppe machen.

Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, soll aber in Hamburg zur Realität werden: Bis zu 10.000 Fahrzeuge sollen bis zum Jahr 2030 selbstständig in den Straßen der Hansestadt unterwegs sein, unter anderem Roboter-Taxis und -Busse. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hat jedenfalls schon eine überraschende Idee, welche Strecken teurer als andere sein könnten. Viele Hamburger könnten genau davon profitieren.