1000 Euro mehr im Monat! Heftige Kritik an dickem Gehaltsplus für Bezirkschefs

Umstrittene Entscheidung im Rathaus steht an: Sollen Bezirksamtschefs mehr Geld verdienen?
Umstrittene Entscheidung im Rathaus steht an: Sollen Bezirksamtschefs mehr Geld verdienen?

Eine Gehaltserhöhung von mehr als 1000 Euro im Monat: Geht es nach SPD und Grünen, sollen Bezirkschefs künftig deutlich mehr verdienen. Dafür liefern sie auch eine Begründung. Allerdings: Es würden auch hauptsächlich Mitglieder der beiden Parteien profitieren. Die Linke findet das überhaupt nicht in Ordnung – und würde das Geld lieber an eine andere Personengruppe verteilen.

Wollen SPD und Grüne die eigenen Leute in den Bezirksamtsleitungen mit mehr Geld versorgen? Das wirft ihnen zumindest die Linke vor. Darum geht es: Im Verfassungs- und Bezirksausschuss wurde mit Stimmen der SPD und Grünen der Plan gefasst, dass Bezirksamtsleitungen rund 1000 Euro mehr im Monat verdienen sollen, wie die Linke gegenüber der MOPO kritisiert. Bisher verdienen Bezirkschefs in der Besoldungsgruppe B4 rund 9650 Euro im Monat. Nun sollen sie auf die Stufe B6 steigen und damit rund 10.800 Euro verdienen.

Hamburg: Bekommen Bezirkschefs künftig mehr Geld?

Das würde die Stadt im Jahr 2026 zusätzliche 211.000 Euro kosten. Wäre eine solche Erhöhung gerechtfertigt? Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Bezirksamtsleitungen hätten sich erheblich erweitert und seien anspruchsvoller geworden, heißt es als Begründung in dem Dokument, das der MOPO vorliegt. „Die Bezirksamtsleitungen tragen die Verantwortung für die effiziente und effektive Verwaltung ihres Bezirksamts. Sie treffen komplexe politische, rechtliche und finanzielle Entscheidungen für verschiedene, in ihrer Zuständigkeit liegende, Verwaltungseinheiten.“ Die Herausforderungen würden stetig zunehmen. Eine angemessene Vergütung sei entscheidend.

Das Brisante ist allerdings: Vor allem SPD-Mitglieder und ein Grünen-Mitglied würden davon profitieren. Denn in Hamburg-Mitte, Nord, Bergedorf, Harburg und Wandsbek sind SPD-Männer und -Frauen Chefs. In Altona wurde gerade der einzige Grüne zum Bezirksamtsleiter gewählt. In Eimsbüttel hat sich die Bezirkspolitik mittlerweile auf eine parteilose Spitze geeinigt.

„Das nenne ich mal eine saftige Gehaltserhöhung!”, kritisiert Marco Hosemann von der Links-Fraktion. Er ist ebenfalls Mitglied im Ausschuss. „Während Beschäftigte im öffentlichen Dienst für jedes kleine Plus kämpfen müssen, hauen SPD und Grüne für ihre Leute in den Bezirksamtsleitungen die Kohle raus.”

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Seine Kritik: Die Arbeit der Bezirksamtsleitungen sei nicht anspruchsvoller geworden, doch die Belastung für Beschäftigte in den Bezirksämtern steige. Seine Forderung: Statt der Leitungen sollten lieber die Mitarbeiter besser bezahlt werden. „Das wird sich auch positiv auf die aktuell fast 800 unbesetzten Stellen in den Bezirksämtern auswirken und das wiederum dazu führen, dass die Hamburger:innen nicht mehr so lange auf Termine und Leistungen wie Eltern- oder Wohngeld warten.”

Beschlossen ist die umstrittene Gehaltserhöhung aber noch nicht. Dafür muss noch die Bürgerschaft zustimmen.

Eine Gehaltserhöhung von mehr als 1000 Euro im Monat: Geht es nach SPD und Grünen, sollen Bezirkschefs künftig deutlich mehr verdienen. Dafür liefern sie auch eine Begründung. Allerdings: Es würden auch hauptsächlich Mitglieder der beiden Parteien profitieren. Die Linke findet das überhaupt nicht in Ordnung – und würde das Geld lieber an eine andere Personengruppe verteilen.