Ein Buckelwal springt im Pazifischen Ozean im Naturpark Bahía Málaga in Kolumbien aus dem Wasser.

Ein Buckelwal springt im Pazifischen Ozean im Naturpark Bahía Málaga in Kolumbien aus dem Wasser. Foto: Santiago Saldarriaga/AP/dpa

Ab 2026: Gute Nachrichten für die Ozeane

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Wer zur See fährt, der benötigt manchmal das Prinzip Hoffnung. Hoffnung, dass der Sturm abflaut. Hoffnung, dass die Maschine durchhält und der Kapitän nicht versagt. Hoffnung, dass es ein Morgen gibt.

Ohne Hoffnung kann eine Demokratie nicht funktionieren. Die Überzeugung, dass es besser wird, sorgt für Engagement und für Resilienz, wenn es darauf ankommt. Also jetzt. Es ist manchmal wie am Strand, wenn man weiterspaziert, auch wenn der Himmel richtig dunkel ist: Ach komm, dahinten wird es hell!

Mehr als 12 Millionen Quadratkilometer neue Schutzzonen

Ich habe mir für das neue Jahr vorgenommen, mich nicht runterziehen zu lassen vom Dauerfeuerwerk deprimierender Nachrichten, von Trump und Putin und Höcke. Es gibt im Theater der Hasskasper auch gute Nachrichten, die kaum noch Beachtung finden.


Stefan Kruecken hfr
Stefan Krücken

Der Autor: Stefan Kruecken, Jahrgang 1975, leitet mit seiner Frau Julia den von ihnen gegründeten Ankerherz Verlag (www.ankerherz.de). Vorher war er Polizeireporter für die „Chicago Tribune“, arbeitete als Reporter für Zeitschriften wie „Max“, „Stern“ und „GQ“ von Uganda bis Grönland. Sein neues Buch „Das muss das Boot abkönnen“ gibt es im MOPO-Shop unter mopo.de/shop. Weitere Bücher gibt es im Ankerherz-Shop – zum Beispiel „Das kleine Buch vom Meer – Helden“ oder „Mayday – Seenotretter über ihre dramatischsten Einsätze“.

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Reden wir über ein wichtiges wie schönes Ereignis, von dem viele nichts mitbekommen haben. Am 17. Januar tritt der „Global Ocean Treaty“ in Kraft, das UN-Abkommen zum Schutz der Hochsee. Zwanzig Jahre lang verhandelte die Weltgemeinschaft darüber. 20 zähe Jahre. China und Russland – wer sonst – versuchten, es bis zum Schluss zu verhindern.

Im September hatte das Abkommen die Schwelle von 60 Ländern erreicht, die notwendig war. Inzwischen haben es 75 Staaten sowie die EU unterzeichnet. „Ein historischer Moment für den Schutz unserer Ozeane“, jubelt sogar Greenpeace. Bislang sind weniger als ein Prozent der Hohen See als Schutzgebiete ausgewiesen, doch dies wird sich nun rasant ändern: Schon in vier Jahren sollen es weltweit 30 Prozent sein.

Um eine Größenvorstellung mitzuliefern: Jedes Jahr bedeutet dies mehr als zwölf Millionen Quadratkilometer neue Schutzzonen, eine Fläche, größer als Kanada. Überfischung, Verschmutzung durch Unmengen Plastik, Verlust der Artenvielfalt, Raubbau durch Tiefseebergbau – alles wichtige Themen. Bislang war die hohe See – die niemandem gehört – ein großes rechtsfreies Blau. Das ändert sich nun.

AfD gefährdet die Zukunft nachfolgender Generationen

Das größte Ökosystem der Erde soll sich wieder erholen können. Die Meere versorgen uns mit Sauerstoff und mit Nahrung und sichern unser Überleben. Im Bundestag sieht das nur die AfD anders.

Als einzige Partei lehnt das völkische Panoptikum internationale Umwelt- und Klimaschutzabkommen generell ab. Weil sie in der Logik einer „Partei“, die trotz aller wissenschaftlichen Belege den menschengemachten Klimawandel leugnet, „deutsche Wirtschaftsinteressen“ in Gefahr sieht. Sie sind eben nicht nur Loser und Landesverräter, die Deutschland an Putins Russland oder Trumps Amerika verhökern würden. Sie gefährden die Zukunft nachfolgender Generationen auf vielfache Weise.

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Womit wir wieder beim Thema Resilienz wären. Als notorischer Optimist glaube ich, dass 2026 ein gutes Jahr wird. Manchmal braucht es eben das Prinzip Hoffnung.

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