Moringa Haus
  • Das Moringa-Haus ist Deutschlands erstes Cradle-to-Cradle Wohnhochhaus
  • Foto: kadawittfeldarchitektur

Die Immobilie als Wertstofflager

Die Haspa finanziert Deutschlands erstes Cradle-to-Cradle-Wohnhochhaus.

Immobilien spielen im Kampf gegen den Klimawandel eine entscheidende Rolle. Dabei geht es nicht nur der Energieverbrauch für Heizen und Kühlen. Auch der Bau selbst verschlingt große Mengen Energie – vor allem für die Herstellung von Stahl und Beton. Ein vielversprechender Lösungsweg ist die konsequente Wiederverwertung der Materialen. Doch das ist bislang nur in sehr wenigen Fällen möglich, weil die Baustoffe fast immer Verbundmaterialien sind, die nicht sortenrein getrennt und damit recycelt werden können.

In der Hamburger Hafencity geht nun ein wegweisendes Pilotprojekt an den Start, das zeigt, wie es besser geht. „Moringa Hamburg“ wird das erste Wohnhochhaus nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip in Deutschland. Cradle-to Cradle – von der Wiege in die Wiege – steht für die Zerleg- oder Rückbaubarkeit eines Gebäudes in seine Bestandteile und die restlose Rückführung in den Materialkreislauf. Immobilien werden so gleichsam zu Rohstoffspeichern auf Zeit, Städte zu Rohstoffminen. 

Der aussichtsreiche Ansatz bedeutet die Bauwirtschaft allerdings einen erheblichen Mehraufwand. Unzählige Materialien, Gewerke und Prozesse müssen neu entwickelt, aufeinander eingestellt und erprobt werden. Bei Moringa werden gesundheitsschädigende und nicht ökologisch abbaubare Stoffe und Materialen von vornherein aus der Planung und Ausschreibung ausgeschlossen. Exklusivvereinbarungen verpflichten die Lieferanten, ihre Produkte und Baustoffe nach Ablauf der Nutzungsdauer wieder zurückzunehmen und dem biologischen bzw. technischen Kreislauf zuzuführen. Fassadenbegrünung, PV-Anlagen und Systeme zur Wasseraufbereitung sollen Moringa zum „gesündesten Haus der Stadt“, zur „grünen Lunge am Hafen“ machen.

Neue Bauweisen brauchen neue Finanzierungs- strategien

Die Baufinanzierung in dreistelliger Millionenhöhe übernimmt die Hamburger Sparkasse, die in Hamburg jede zweite Neubauwohnung begleitet und auch an vielen anderen zukunftsweisenden Immobilienprojekten beteiligt ist. So wird unter anderem auch Deutschlands höchstes Holzhochhaus „Roots“ von der Haspa finanziert. Möglich macht das eingespieltes Team mit Finanzierungs-, Kredit- und Fördermittelexperten sowie Gutachtern, die alle in Hamburg arbeiten, sich in der Stadt auskennen und eng mit der Bau- und Wohnwirtschaft vernetzt sind.

Moringa Haus
Das Moringa Haus von oben. So soll es einmal aussehen.

„Die Haspa ist für diese Mission absoluter Wunschpartner, weil sie als marktführende, regionale Bank ein wichtiger Treiber der nachhaltigen Stadtentwicklung ist. Für unser erstes Projekt in Hamburg bringt sie ihr Netzwerk und Marktkenntnisse ein und ist damit ein wertvoller Partner,“ erläutert Vanja Schneider, Geschäftsführer der Moringa Hamburg Hafencity GmbH.

„Nachhaltigkeit und Innovation in der Immobilienwirtschaft sind uns wichtig und erfordern innovative Finanzierungsstrategien“, betont Jens Ole Heitmann, Bereichsleiter Immobilienkunden der Haspa. „Wir betreten beim Projekt Moringa ein Stück Neuland. Neue Bauweisen und Nutzungszyklen erfordern grundlegend neue Sichtweisen auf Risiken und Abschreibungszyklen. Der Zuschlag für Moringa zeigt, dass wir bereit und in der Lage sind, auch innovativste Bauvorhaben und damit Hamburgs Klimatransformation aktiv zu begleiten.“

Gewerbliche Pionierprojekte weisen den Weg

Metropolen wie Hamburg bieten sich als Innovationslabor für die Energie- und Verkehrswende an. Mit ihrer Verdichtung, Komplexität und ihrem konzentrierten Knowhow sind sie ein ideales Spielfeld für neue Lösungsansätze. Der anstehende klimagerechte Umbau ist das größte Investitionsprogramm unserer Zeit. Regionale Hausbanken wie die Haspa haben dabei eine Schlüsselrolle, weil sie die Förderlandschaft überblicken, Projekte persönlich eng begleiten und mit schnellen Entscheidungen auf neue Entwicklungen reagieren können.

„Von den Pionierprojekten im großvolumigen Wohnungsbau profitieren nicht nur künftige Bauträgerprojekte, sondern auch unsere Privatkunden. Denn die Innovationen werden schon bald auch im privaten Wohnungsbau und bei Sanierungsmaßnahmen relevant werden. Dann ist es gut, wenn die finanzierende Bank bereits Erfahrungen und Kontakte gesammelt hat“, so Heitmann.