Plötzlich wollen alle Taxifahrer sein – Schweinske sorgt für kurioses Missverständnis
Hamburg hat schon vieles gesehen. Aber dass erwachsene Menschen mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit viel zu kleine Schirmmützen aufsetzen, Lederjacken zuknöpfen und das mit einem Gesichtsausdruck wie nach einer Zwölf-Stunden-Schicht zwischen Kiez, Kofferraum und Kurzstrecke kombinieren – ja, das ist selbst für diese Stadt neu. Der kuriose Grund dafür steht bei Schweinske auf der Karte: der neue Taxiteller.
Um ihn, den Taxiteller von Schweinske, hat sich nämlich ein Gerücht gelegt, das offenbar schneller durch Hamburg rast als ein Taxi am Freitagabend: Diesen Teller, so heißt es, bekomme nur, wer selbst Taxifahrer ist. Und anscheinend sind viele Hamburger nicht nur etwas leichtgläubig, sondern auch hungrig genug, um für ein tolles Essen ihre bisherige Identität zu überschreiben – jedenfalls einen extrem skurrilen Auftritt lang.
Eine neue Identität – für ein neues Essen!?

Mehrere Schweinske-Restaurants berichten von Gästen, die mit bemerkenswert überschaubarem Verkleidungsaufwand versucht haben sollen, sich Zugang zum Taxiteller zu verschaffen. Da war die Rede von improvisierten Schirmmützen, hastig organisierten Schnauzbärten (die schon beim Betreten des Ladens auf halbmast hingen) und merkwürdig platzierten Kaffeeflecken. Einer soll „Moin, Zentrale, kurze Taxiteller-Pause“ gemurmelt haben, bevor er entschlossen Richtung eines Tisches marschierte. Ein anderer soll dem Chefkoch ungebeten den schnellsten Weg vom Dammtor zum Volksparkstadion aufgezeichnet haben.
Das Missverständnis, nur Taxifahrer kämen an das neue Gericht, mag absurd wirken – ganz aus der Luft gegriffen ist es aber nicht; der Name arbeitet! Taxiteller klingt nach Nacht, Tresenlicht und Regen auf Asphalt. Nach einem Hunger, der keine lange Debatte will, sondern eine klare Antwort. Nach einem Gericht für die, die wissen, dass wahres Glück manchmal auf einem ganz normalen Teller liegt. Vielleicht glauben genau deshalb manche, so ein Teller müsse verdient werden: durch Nachtschichten, Ortskenntnis und die Fähigkeit, perfekt einzuparken, während die beiden auf der Rückbank am Rückbau Ihrer Ehe arbeiten.
Gut. Zeit für die Wahrheit:
Nein, der Taxiteller ist nicht nur für Taxifahrer. Niemand muss eine Mütze tragen, ein Schild auf das Dach schrauben oder einen Personenbeförderungsschein nachweisen, um ihn zu bekommen: April, April.
Das Beste daran stimmt allerdings:
Der Taxiteller ist ab 1. April bei Schweinske zu genießen. Ähnlich wie manch Taxifahrer hat er dafür eine beachtliche Strecke hinter sich gebracht: Seine Wurzeln liegen nämlich im Ruhrgebiet, in der ehrlichen Imbisskultur. Und genau wie viele weitere große Errungenschaften der Geschichte, ist er – so erzählt man sich – aus der Not heraus entstanden: Eines späten Abends bestellte ein hungriger Taxifahrer eine verdiente Portion Gyros, und da das Fleisch zu dieser Uhrzeit nicht mehr ausreichte, wurde just mit Currywurst aufgestockt.
Bei Schweinske kommt er mit Pommes, Currywurst, Gyros, Tzatziki, Zwiebeln, einer Peperoni und Krautsalat auf den Tisch – deftig, direkt und genau richtig für alle, die beim Essen keine halben Sachen wollen. Der Taxiteller ist ein ehrliches Gericht, ganz ohne Umwege. Vielleicht passt er genau deshalb so gut zu Schweinske. Am besten, du probierst ihn einfach selbst aus. Sehen wir uns bei Schweinske?!

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