Opposition statt Koalition

Grüne dürfen nicht mitregieren

Von Sandra Schäfer
Die ehemalige Zweite Bürgermeisterin  Christa Goetsch.
Die ehemalige Zweite Bürgermeisterin Christa Goetsch.
Foto: dpa

Bei den CDU-Ergebnissen jubelten sie noch. Doch als dann die absolute Mehrheit für die SPD verkündet wurde, entglitten vielen GALiern bei der Wahlparty im Ballsaal des St. Pauli-Stadions die Gesichtszüge. Niemand würde sie zum Tanz bitten, die SPD regiert allein. Frust statt Freude.

Denn Hajduk, Goetsch und Co. hatten sich insgeheim längst wieder auf ihren alten Senatorenposten gesehen. War das Aufkündigen der Koalition also doch keine so gute Idee gewesen? „Doch, das musste sein“, betonte Spitzenkandidatin Anja Hajduk. „Der CDU fehlt jede Stabilität, das zeigt ja auch ihr Absturz auf 21 Prozent.“

Reaktionen der Grünen

Anja Hajduk: „Ein ganz ordentliches Ergebnis"

GAL-Spitzenkandidatin Anja Hajduk hat „gemischte Gefühle“ zum Ergebnis der Bürgerschaftswahl. „Gewisse Zugewinne sind da, das freut einen (...). Aber eben auch die Situation, dass möglicherweise die SPD die absolute Mehrheit hat“, sagte Hajduk nach der Prognose in der ARD. Dass es in Hamburg eine Wechselstimmung gegeben habe, „das war sehr spürbar“. Die Grünen - in Hamburg GAL genannt - würden aber schon gerne die Zukunft der Stadt mitgestalten, sagte Hajduk. „Es ist ein ganz ordentliches Ergebnis, bei dem die Bäume aber auch nicht in den Himmel wachsen.“

Also für die GAL nur 11,2 statt der erhofften 14 Prozent. Enttäuschung – dieses Wort mochte am Wahlabend aber niemand vom „Führungspersonal“ der Partei in den Mund nehmen. „Wieso? Wir haben unser Wahlergebnis zu 2008 doch um mehrere Prozent verbessert“, so die Abgeordnente Antje Möller. „Natürlich wollten wir mitregieren“, soviel gestand Anja Hajduk zumindest.

Deutlicher wurden neu angetretene Kandidaten wie Stefanie von Berg, die in Eimsbüttel zur Wahl stand. „Mich wundert das Ergebnis gar nicht, ich wusste, dass wir abgestraft werden.“ Selbst im Straßenwahlkampf in der GAL-Hochburg Eimsbüttel habe jeder Zehnte gesagt, er würde die GAL bestimmt nicht wieder wählen. „Moorburg, die Koalition mit der CDU und den Koalitionsbruch wurden uns entgegen gehalten.“

Tröstende Worte fand Cem Özdemir, der bei der Wahlparty früh auflief. „Die CDU hat nach dem Koalitionsbruch mehr als 20 Prozent verloren, die GAL konnte trotz der schwierigen Situation zulegen. Das ist ein ordentliches Ergebnis.“

Viele GALier trösteten sich damit, dass die Koalitionsverhandlungen mit der SPD äußerst zäh geworden wären und die Grünen viele Federn gelassen hätten.

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Datum:  20.2.2011
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