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Gut vorgesorgt: Sparen für den Nachwuchs

Früh ansparen lohnt sich, auch mit kleinen Summen.
Früh ansparen lohnt sich, auch mit kleinen Summen.
Foto: dpa

Rund 120.000 Euro kostet ein Kind, bis es erwachsen ist. Deswegen möchten Eltern, Großeltern und Paten gerne etwas Geld zurücklegen. Experten erklären, wie Sie für Ihre Kleinen richtig sparen.

Kleidung, Essen, Hobbys: Ein Kind ist fast so teuer wie ein Eigenheim. Etwa 120.000 Euro kostet der Nachwuchs bis zur Volljährigkeit. Hinzu kommen dann noch Kosten für Studium oder Ausbildung. Viele Eltern, Großeltern und Paten fangen deshalb schon vor der Geburt an, Geld für die Kleinen zurückzulegen. Welche Möglichkeiten es gibt - und wie sinnvoll sie sind:

Ausbildungsversicherungen

Wer für seine Kleinen sparen will, tut dies besser nicht mit Policen, rät die unabhängige Finanzberatung FMH in Frankfurt. Eine Ausbildungsversicherung ähnelt einer kleinen Kapital-Lebensversicherung. Für den Abschluss werden hohe Gebühren fällig. Die Risiken sind hoch, die Renditen jämmerlich - somit ist ein solches Produkt nicht erste Wahl beim Vermögensaufbau für Kinder.

Banksparpläne

Sparer zahlen regelmäßig eine festgelegte Summe ein. Je länger der Vertrag läuft, desto höher steigen die Zinsen. Banksparpläne können in der Regel kostenlos eingerichtet werden. In allen EU-Ländern wird das Guthaben von der staatlichen Einlagensicherung garantiert (bis 100.000 Euro). Ein Kursrisiko besteht nicht, die Renditen sind aber gering. „Im günstigsten Fall erzielen Eltern bis zu 3,97 Prozent Rendite jährlich, bei Sparbeträgen bis maximal 50 Euro sind sogar bis zu 4,30 Prozent Zinsen drin“, berichtet Ökotest. Zur Wahl stehen Verträge mit flexiblen oder festen Zinsen. Besonders Letztere lassen sich aber meist nur schwer auflösen, warnt Max Herbst von der unabhängigen Finanzberatung FMH.

Bausparen

Eine gängige und flexible Form um für den Nachwuchs zu sparen, ist der Bausparvertrag. Das geförderte Guthaben muss dabei nicht für Wohneigentum eingesetzt werden - Eltern sollte sich aber vorher überlegen, welche Variante sie wählen. Die Vorteile: Im Bausparvertrag ist das Geld sicher angelegt. Und es ist mehr garantierte Rendite drin als mit einem klassischen Sparbuch. Ab 16 Jahren hat das Kind außerdem Anspruch auf eine Wohnungsbauprämie, vorausgesetzt, es möchte bauen. Auf der anderen Seite müssen Eltern jahrelang und regelmäßig einzahlen. „Außerdem lohnt sich diese Art des Vermögensaufbaus nicht für kleine Beiträge“, sagt Finanzberater Max Herbst. Vorsicht ist auch bei hohen Abschlussgebühren geboten. Über Zinshöhen sollte man sich vorher informieren.

Festgeldkonto

Eine solche Anlageform schreibt den Zins für einen bestimmten Zeitraum fest und ist dadurch unflexibel. „Allerdings sind die Laufzeiten kürzer als beim Sparbrief“, sagt Finanzberater Herbst. Auch sind die Zinsen zur Zeit niedrig. Am Ende wird das Guthaben auf dem Festgeldkoto von den Banken oft automatisch auf ein niedrig verzinstes Sparkonto umgebucht. Wer den Termin verpasst, verschenkt von da an Zinsen.

Fondssparplan

Ein Fondssparplan ist ein Sparvertrag, bei dem regelmäßig in einen Investmentfonds eingezahlt wird. Bei dieser Form sollte man unbedingt auf die Kosten für Depot, Ausgabeaufschläge und Verwaltung achten. „Bei Fondsvermittlern und Direktbanken gibt es Fondssparpläne für Kinder zu deutlich günstigeren Konditionen“, rät Ökotest. Wer für den Nachwuchs ein Online-Konto nebst Depot eröffnet, zahlt oft keine Depotgebühren. Vorteil: Der Anleger kontrolliert, in welche Fonds er investiert. „Allerdings kann der Wert der Anlage stark schwanken“, weiß Max Herbst. Beenden oder pausieren lässt sich der Sparplan jederzeit.

Gold

Eine Sonderform zu Sparen ist der Kauf von kleinen Goldbarren, die später wieder verkauft werden können. „Ich rate zu einer nicht zu kleinen Stückelung, bei zu kleineren Mengen Gold zahlt man drauf“, erklärt Max Herbst. Auch müssen Sparer darauf achten, dass der Goldpreis Schwankungen unterliegt.

Risikolebensversicherung

Niedrige Verzinsung, hohe Abschlusskosten und unflexible Handhabe: Finanzexperten zufolge lohnt sich eine solche Anlageform nicht, um für Kinder oder Enkelkinder zu sparen.

Geld anlegen oder leihen? Hier finden Sie die aktuellen Zinssätze:

Sparbrief

„Ein Sparbrief eignet sich für hohe und regelmäßige Summen, etwa einem großzügigen Geldgeschenk zum Kindergeburtstag“, sagt Max Herbst. Bis zu zehn Jahre beträgt die Laufzeit, dabei sind die Zinsen dauerhaft festgelegt. Das eingesetzte Kapital und die Zinsen werden am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Es gibt aber verschiedene Varianten von Sparbriefen, etwa mit jährlicher Auszahlung der Zinsen.

Sparbuch

Auch heute zählt es noch zu den beliebtesten Sparformen. Wenn die Kinder schnell eine große Summe benötigen, kann es jedoch schwierig werden: Vom Sparbuch dürfen in der Regel nur 2000 Euro pro Monat frei abgehoben werden. Voraussetzung hierfür sind Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Auch die Zinshöhe ist im Vergleich gering. Sie bewegt sich je nach Bank um 1 Prozent.

Tagesgeldkonto

Im Gegensatz zu Sparbuch oder Festgeld ist Tagesgeld täglich verfügbar und die Zinsen sind höher. Dafür kann die Bank ihre Zinssatz theoretisch täglich ändern. Gebühren zahlt man für Tagesgeldkonten in der Regel nicht. Sie sind außerdem jederzeit kündbar. Ob regelmäßig eingezahlt wird oder nur an Ostern, Weihnachten und Geburtstagen, kann der Sparer selbst bestimmen.

Für alle Anlageformen gilt: Die Bedingungen immer sorgfältig studieren! „Schließen Sie den Vertrag bewusst und mit einem guten Gefühl ab“, rät Finanzberater Herbst. Selbst bei niedrigen Sparbeträgen kann es sich lohnen, die Beträge zu splitten. So lässt sich ein Teil langfristig, der andere kurzfristig anlegen. Auch eine Kombination aus einmaligem und monatlichem Sparen kann sinnvoll sein.

Enkelkinder

„Vor einer Produktauswahl sollten sich die Großeltern entscheiden, ob sie den Sparvertrag im eigenen Namen führen möchten oder dieser gleich auf den Enkel geschrieben werden soll“, empfiehlt die Verbraucherzentrale Sachsen. Im letzteren Fall müssen die gesetzlichen Vertreter des Kindes, also in der Regel beide Elternteile, zustimmen. Wollen Oma und Opa einen vorzeitigen Zugriff durch die Eltern verhindern, sollten sie das Sparbuch nicht aus der Hand geben.

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