Er musste von seinen politischen Ämtern zurücktreten, als seine Affäre mit einer 16-Jährigen bekannt wurde: Jetzt plant der ehemalige Kieler CDU-Parteichef Christian von Boetticher (41) offenbar sein Comeback.
Ausgerechnet als Jugendschützer bei der Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein. Rückblende: Vor einem Jahr noch war Boetticher der Hoffnungsträger der Kieler CDU – Parteichef und Spitzenkandidat für den Wahlkampf. Dann der Skandal: Boetticher musste zugeben, monatelang eine Affäre mit einer 16-Jährigen gehabt zu haben, die er über Facebook kannte. Er beendete die Affäre, als klar war, dass er Landesvater Peter Harry Carstensen beerben sollte. Doch die Empörung über die sogenannte „Lolita-Affäre“ war groß – zu groß. Mitte August trat er von allen Ämtern zurück, fristet nun als Hinterbänkler im Kieler Landtag sein Dasein.
Nun wurde bekannt, dass der CDU-Wirtschaftsrat in Kiel ihn als neues Mitglied der Medienanstalt vorgeschlagen hat. Pikant: Die Anstalt beider Länder erteilt u.a. Zulassungen für private Hörfunk- und Fernsehprogramme und wacht über die Einhaltung des Jugendschutzes. Da der bisherige Chef der Medienanstalt, Jörg Howe (CDU), sein Amt zur Verfügung stellt, stehen die Chancen für Boetticher sogar gut, sein Nachfolger zu werden.
Und auch eine zweite Nominierung sorgt für Verwunderung. Denn auch Hamburg darf natürlich Vorschläge für das vierzehnköpfige Gremium machen. Und so schlägt der Unternehmensverband Nord den Ex-Bürgerschaftspräsidenten Berndt Röder (63, CDU) vor, der im Winter 2010 seine Wohnstraße vom Eis befreien ließ, während der Rest von Hamburg über spiegelglatte Straßen schlitterte. Auch „Glatteis-Röder“ trat zurück. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Medienrates werden für fünf Jahre gewählt – allerdings muss die Bürgerschaft zustimmen.
Es war der 14. August 2011, als Christian von Boetticher unter Tränen von seinen politischen Ämtern zurücktrat.
Zuvor hatte er eine monatelange Liebes-Affäre mit einer 16-jährigen Rheinländerin zugegeben, die er über Facebook kennengelernt hatte.
Rechtlich blieb diese Sache ohne Folgen, denn das Schutzalter für Sex mit Minderjährigen liegt in Deutschland bei 16. Doch politisch kostete Boetticher diese Lolita-Affäre den Kopf.
Es war ein gigantischer Glatteis-Winter im Jahr 2010, ganz Hamburg rutschte durch die Stadt. Nur Bürgerschaftspräsident Berndt Röder (CDU) hatte kurzerhand seine politischen Kontakte und seine Position genutzt, um seine Wohnstraße in Groß Borstel räumen zu lassen. Er musste zurücktreten, 2011 schied er aus der Bürgerschaft aus.