Die Arbeitsteilung beim Thema „Packen“ ist in einer Beziehung klar: Er ist der „Packer“, sie die Einpackerin. Er packt das Auto vor dem Urlaub und die Kartons vorm Umzug. Die Frau wickelt die Geschenke ein. Frauen wird ein genetisch bedingtes Faible für Geschenkpapier und Schleifenband unterstellt. Zum Leidwesen jener Frauen, die schon beim Gedanken an Papierberge und Tesafilm psychosomatischen Juckreiz bekommen.
Beeindruckt nimmt die Einpack-Muffelin zur Kenntnis, dass viele Geschlechtsgenossinnen die Tipps der Frauenzeitschriften für kreatives Einwickeln beherzigen („Geschenke, so zauberhaft, als hätte das Christkind selbst sie eingepackt!“). Der einzige Tipp, den sie sich gemerkt hat, ist der mit dem alten Kopfkissenbezug: Einfach rein mit dem Geschenk, zuknöpfen, fertig („Für das umweltbewusste Christkind“).
Sie staunt über fluffige Schleifenberge an den Präsenten der anderen Frauen und fällt vor Ehrfurcht fast in Ohnmacht, als sie auch noch selbst gebackene Salzteigfiguren mit den Namen der Empfänger entdeckt. Die von ihr eingewickelten Päckchen sehen aus, als hätten die Kinder damit Fußball gespielt. Sie schneidet zu viel Klebeband und zu wenig Papier ab, zerrt das blöde Kräuselband durch die Schere, bis es schlapp macht.
Geschenke von Männern hingegen sehen immer super aus. Allerdings prangt auf den Salzgebäckanhängern der Name der örtlichen Parfümerie. Egal.