Es gibt ja so alte Filme aus den 50er Jahren, da ist man als Frau beim Zugucken gottfroh, dass das alles so nicht mehr ist. Damals hatten die jungen Frauen nach der Schule ja nur ein Ziel – einen reichen Mann zum Heiraten zu finden.
Die Frau an sich stand – zumindest in der heilen Filmwelt – nicht auf eigenen Beinen, sondern kreuzte die Knöchel gar kapriziös und ließ den Mann das Geld ranschaffen. Ja, ja, so war das damals, denkt die Frau, und freut sich, dass es heute anders ist. Außer, vielleicht, sie ist Eva Herman.
Und dann kommt „Der Bachelor“ zurück. Morgen auf RTL. Eine Kuppelshow, bei der sich 20 junge Frauen für die Hochzeit mit einem reichen Mann andienen. Quasi „Wie angelt man sich einen Millionär?“ in der charme- und schamlosen Variante von 2012.
Die Frauen müssen in „Gruppen- und Einzeldates“ beweisen, dass sie dem Junggesellen für sein Geld viel Freude bereiten können. Das ist ein bisschen so wie das, was die Mädels vor Burger King an der Reeperbahn machen. Nur nicht so ehrlich.
Und die Frauen im Fernsehen tragen auch keine Moonboots, weil der Kontakthof, äh, das Traumschloss, in Südafrika liegt.
Der Mann sortiert in jeder Folge eine Trulla aus („Ich habe heute keine Rose für dich“) und die Rausgeflogene weint dann ein bisschen, weil sie sich total doll in den Mann und seinen tollen Humor verliebt hatte. Und weil sie sich jetzt Plan B ausdenken muss.
Was lernen und selber Geld verdienen womöglich. Komisch, denkt die Frau, als sie die Ankündigung zur Show sieht, wo sind die jungen Frauen, die sich über dieses grauenvolle Bachelor-Retro-Staub-TV aufregen? Was würde Doris Day sagen? Richtig: „Mit mir nicht, meine Herren!“ Und das schon in den 50er Jahren. Toll.