Der Februar hat’s echt nicht leicht. Kein Mensch sagt „Ach, herrlich, endlich Februar.“ Die Winterklamotten, die frau im November noch freudig hervorgekramt hat („Ach guck, den schönen Rolli hatte ich schon ganz vergessen“), rufen nur noch modischen Überdruss hervor. Es ist düster, aber Lichterketten gehen nicht mehr.
Und dann ist auch noch Karneval. Heißt: Eine kleine radikale Minderheit terrorisiert unter Mitwirkung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens die gesamte TV-Nation. Unlustigkeit, dein Name ist Karneval. Spätestens, wenn man als arbeitsames Nordlicht am Rosenmontag im Büro sitzt und irgendeine Nummer mit 022... anrufen muss, dann möchte man den Pappnasen den Narrhallamarsch blasen. Kann man aber nicht, weil niemand abnimmt. Alle betrunken, da unten. Was fällt denen eigentlich ein? Wir machen den Schlagermove doch auch nicht werktags.
Während sie gefühlte Stunden dem rheinländischen Freizeichen lauscht, denkt die Frau im Norden an den Bericht neulich von der Weiberfastnacht. Hilfe. Selten so schmerzhaft an die Grenzen weiblicher Solidarität gestoßen. Wie Hyänen sind ihre Geschlechtsgenossinnen über die Schlipse hergefallen. Was Dirk Niebel, Experte für sexuell belästigte Männer, wohl dazu sagt? Und nach Karneval kommt der Valentinstag. Tataaa. Ein Monat voller überflüssiger Tage. Armer Februar.