Bisschen Weihnachtsbaum gucken, bisschen Bedienungsanleitung für die neue Digitalkamera lesen und „Boah, bin ich voll, geh mir weg mit Keksen“ stöhnen – viel mehr gibt es zwischen den Jahren nicht zu tun. Zeit genug, sich „Gute Vorsätze“ auszudenken.
Wenn irgendwelche Trendfroscher am Jahresende Männer nach ihren guten Vorsätzen befragten, landet stets der gleiche auf Platz eins: „Mehr Zeit mit der Familie verbringen“. Das ist ein sozial sehr angesagter Vorsatz. Ein maskuliner Vorsatz. Ein Chef-Vorsatz, mit dem der Mann signalisiert, dass er leider, leider so wichtig ist, dass er viel Zeit im Büro verbringen muss, weil da sonst alles zusammenkrachen würde. Dabei würde er eigentlich echt total gerne mehr Zeit mit der Familie verbringen. Gut, nicht gerade, wenn die gesamte Schwieger-Verwandtschaft anrauscht. Oder der Kindergarten Elternabend hat.
Aber sonst – jederzeit.
Es ist ein Vorsatz für Männer, die „Ungeduld“ als „größte Schwäche“ angeben, statt „Wichtigtuerei“, was die Wahrheit wäre. Frauen sind bei den guten Vorsätzen freilich nicht besser. „Mehr Zeit für mich selbst nehmen“, sagen wir bei Vorsätze-Umfragen gern und meinen damit: „Ich opfere mich dermaßen auf, ohne mich funktioniert zu Hause gar nix.“ Tja. Eigentlich müsste es ab Januar nur glückliche Familien geben. Der Mann kommt pünktlich von der Arbeit, die Frau geht zum Yoga. Passiert aber nicht. Komisch. Vielleicht den Vorsatz doch lieber ’ne Nummer kleiner wählen? „Schuhe in den Schuhschrank stellen“ für Männer und „Kein Theater mehr um die Schuhe im Flur machen“ für Frauen. Das schafft man.