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Zurück in Hamburg: Ex-Kiezkicker Eger sorgt sich um St. Pauli

St. Pauli, meine Perle! Marcel Eger auf einem öffentlichen Bolzplatz im Karoviertel. In England wurde er als König der weißen Weste gefeiert.
St. Pauli, meine Perle! Marcel Eger auf einem öffentlichen Bolzplatz im Karoviertel. In England wurde er als "König der weißen Weste" gefeiert.
 Foto: Witters

„Ich bin wieder hier, in meinem Revier, war nie wirklich weg, hab’ mich nur versteckt.“ Diese Zeilen von Marius Müller-Westernhagen passen derzeit perfekt zu Marcel Eger. Der ehemalige St. Pauli-Profi ist wieder zurück in seinem Revier: St. Pauli.

Der Stadtteil, versteht sich. Ich bin dann mal da! Und doch zieht es ihn schon wieder hinaus in die weite Fußball-Welt.

„Egi“ is back. Nach einem Jahr beim FC Brentford in der dritten englischen Liga hat Eger seine Zelte in London wieder abgebrochen. „War ’ne spannende und auch geile Zeit in einer überragenden Stadt“, blickt der 29-Jährige im Gespräch mit der MOPO auf sein bewegtes Jahr auf der Insel zurück. „Aber am Ende hat es einfach nicht mehr gepasst.“ Sein noch bis 2013 laufender Vertrag bei den „Bees“ wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.

Insgesamt 19 Spiele hat Eger für Brentford bestritten „Davon zwölf zu null“, wie der Innenverteidiger nicht ohne Stolz erzählt. Kein Verteidiger hatte eine bessere Bilanz. „Clean Sheet King“ wurde Eger genannt - was soviel heißt wie „König der weißen Weste“.

Doch trotz der großen Anerkennung, die sich der 1,90-Meter-Mann bei seinen Kollegen und den Fans mit guten Leistungen erspielte, fiel er in der Gunst von Trainer Uwe Rösler, der ihn nach einer Knöchelverletzung im Januar in der Rückrunde kaum noch einsetzte – für Eger „unerklärlich und unbefriedigend“.

Die Rückkehr nach Hamburg vor einer Woche fiel doppelt leicht. „Mein Stadtteil hat mich mit offenen Armen empfangen“, erzählt der gebürtige Franke, der hier nach wie vor eine Wohnung hat, mit breitem Grinsen. Er genießt den Flair des Viertels und hat schon viele ehemalige St. Pauli-Kollegen getroffen.

Der Kiezklub lässt ihn nicht los. Eger macht sich Gedanken. Dass mit Fabio Morena, Carsten Rothenbach und im Winter Ralph Gunesch wieder drei langjährige und „echte“ St. Paulianer den Verein verlassen haben, besorgt ihn. „Das ist ein großer Verlust. Ich würde mir wünschen, dass sich wieder mehr Spieler wirklich mit dem Verein, den Fans, dem Umfeld identifizieren und diesen St. Pauli-Spirit leben.

Ein Comeback in Braun-Weiß wird es für Eger, der sieben Jahre diese Farben mit Stolz getragen hat, nicht geben. Er hat ganz andere Pläne, will noch einmal etwas wagen. „Ich habe Lust auf Abenteuer-Fußball“, erzählt er. Eger zieht es erneut ins Ausland. „Amerika reizt mich total. Das wäre genial.“ Dort spielt mit Florian Lechner (New England Revolution) bereits ein ehemaliger St. Paulianer und dicker Freund von Eger.

Eines ist jedenfalls sicher: Egal, wohin es „Egi“ als nächstes verschlägt – er wird früher oder später in sein Revier zurückkehren, und es wird sich wieder anfühlen, als wäre er nie weg gewesen aus St. Pauli.

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