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St. Paulis Sportchef Azzouzi: Neue Kiezkicker per iPad?

St. Pauli-Sportchef Rachid Azzouzi plant im Trainingslager an der Zukunft des Kiezklubs.
St. Pauli-Sportchef Rachid Azzouzi plant im Trainingslager an der Zukunft des Kiezklubs.
 Foto: Witters

Der FC St. Pauli in Belek – nicht nur die Kiezkicker müssen hart ran. Auch für Sportchef Rachid Azzouzi gibt es jede Menge zu tun.

Als die Profis am Dienstag als Belohnung ihren einzigen freien Nachmittag genossen, sah er sich mit Trainer Michael Frontzeck und den Assis Mathias Hain und Timo Schultz den Test zwischen Hertha BSC und Bayern München II an. Nach Köln gegen Bochum, Dresden gegen Zagreb, Cottbus gegen Thun und den drei Kicks der Braun-Weißen war es bereits das siebte Spiel, das der 42-Jährige innerhalb einer Woche beobachtet hat. Zudem beschäftigt sich der Marokkaner mit der Zukunftsplanung. Dazu gehör(t)en Gespräche mit Boss Stefan Orth und Vize Jens Duve ebenso wie mit Frontzeck oder Spielern.

Darüber hinaus checkt Azzouzi natürlich für die kommende Saison auch mögliche Neuzugänge. Am Schreibtisch seines Zimmers im Hotel „Ela Quality“ oder in der Lobby schaut er sich auf seinem iPad Spiele(r) über das Computer-Programm „wyscout“ an: „Da kann ich uns angebotene Fußballer, oder welche, die wir selbst im Auge haben, begutachten.“ Wohl gemerkt in bewegten, meist gestochen scharfen Bildern aus aller Welt.

Erst die Länderfahne anklicken, dann den Klub, schließlich den gewünschten Spieler. Azzouzi: „Dazu wähle ich ein Stichwort, zum Beispiel Kopfball- oder Zweikampfstärke – und kann dann viele Spielszenen, nicht nur die besten, unter die Lupe nehmen. Das erleichtert mir die Arbeit, ich kann eine Vorauswahl treffen und spare Zeit.“

Auch Coach Frontzeck ist begeistert von dem System, das in dieser Form 7 000 Euro pro Jahr kostet: „Das ist eine super Sache, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und zu entscheiden, ob man wegen eines Spielers irgendwo hinfliegt oder -fährt.“ Denn beide sind sich einig: „Das Wichtigste ist es natürlich, einen Kandidaten live zu sehen.“

Ihre eigenen Spieler sehen die beiden täglich – und wissen, was verbessert werden muss – vor allem die Torausbeute. Azzouzi lobt zwar das Engagement der St. Pauli-Profis: „Alle arbeiten professionell, auch die Testspielergebnisse waren gut. Doch jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen.“ Was er damit meint: „Wir müssen vorm Tor galliger und geiler werden, das Ding unbedingt machen wollen, zur Not mit der Pike. Das gilt nicht nur für die Stürmer, sondern für alle.“

Rachid Azzouzi – in Belek ist er ein Rund-um-die Uhr-Arbeiter.

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