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St. Pauli-Urgestein: Ebbers geht auf Abschiedstournee

Kiez-Urgestein Marius Ebbers muss St. Pauli bald verlassen.
Kiez-Urgestein Marius Ebbers muss St. Pauli bald verlassen.
Foto: WITTERS

Der Stil ist respektvoll geworden, auch wenn das dem Betroffenen in diesem Fall nicht wirklich helfen wird. Warteten „echte“ St. Paulianer in den letzten Jahren mitunter bis in die Sommerpause hinein auf Zeichen des Vereins, was ihre Vertragssituation betrifft, so ist Marius Ebbers jetzt schon schlauer: Im Sommer ist für „Ebbe“ Ende.

„Er ist ein sehr verdienter Spieler hier im Verein, deshalb war es mir wichtig, ihm die Entscheidung frühzeitig mitzuteilen“, sagte Sportchef Rachid Azzouzi, der Ebbers im Trainingslager in Belek vom Entschluss in Kenntnis gesetzt hatte. „Wir haben uns die Entscheidung alles andere als leicht gemacht, aber wir planen auf der Position ab Sommer anders.“

Den 35-Jährigen (15 Einsätze, ein Saisontor) konnte die Entwicklung nicht umhauen. „Ich war über die Entscheidung nicht überrascht“, sagte der Mann, der 2008 aus Aachen kam und in 120 Begegnungen für die Braun-Weißen 43 Treffer erzielte – 20 davon alleine in der Aufstiegs-Saison 2009/10. Aus dieser Mannschaft, die für so viel Begeisterung gesorgt hatte, werden nach Ebbers’ Abgang nur noch maximal fünf Spieler übrig bleiben: Ganz sicher Jan-Philipp Kalla und Dennis Daube sowie wahrscheinlich Benedikt Pliquett, Fabian Boll und Florian Bruns, deren Kontrakte allerdings sämtlich noch nicht verlängert wurden.

Weiterspielen oder nicht – auch die Zukunft des Marius Ebbers steht noch in den Sternen. „Das muss man abwägen“, erklärte er nach dem 3:1-Sieg im Test gegen Nordsjaelland, zu dem er in bewährter Manier zwei Treffer beigetragen hatte. „Nichts gegen Vereine wie Sandhausen oder Aalen, aber das muss ich mir nicht mehr antun.“ Er müsse erst einmal abwarten, was nun passiere. „Aber nicht zuletzt wegen meines Ladens in der Schanze bin ich auf den Norden fokussiert.“

Am Millerntor, da kann er sich sicher sein, wird Marius Ebbers weit über die Grenzen dieser Saison hinaus immer ein herzlich willkommener Gast bleiben. In den Herzen der St. Pauli-Fans hat er seinen Platz sicher. Und dafür braucht es keinen Vertrag.

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