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Mit Graffiti beschmiert: Farb-Anschlag auf den St. Pauli-Bus

In der Nacht zu Sonnabend wurde der Mannschaftsbus der Kiezkicker Opfer eines Farb-Anschlags.
In der Nacht zu Sonnabend wurde der Mannschaftsbus der Kiezkicker Opfer eines Farb-Anschlags.
Foto: Thorsten Baering

Die Saison hat noch gar nicht angefangen und doch gibt es bereits den ersten großen Ärger beim FC St. Pauli. In der Nacht zu Sonnabend wurde ein Farb-Anschlag auf den kultigen Mannschaftsbus der Kiezkicker verübt. Die Täter sind bislang nicht bekannt.

Das schwarze Luxusgefährt mit dem Totenkopf sowie den Schriftzügen „Abwehr – Mittelfeld – Angriff“ an der Seite und (in Spiegelschrift) „Weg da!“ an der Front ist ein echter Hingucker. Roland Disch kutschiert darin Fabian Boll & Co. seit einem Jahr durch Deutschland. Morgens früh um fünf Uhr entdeckte er das Schmuckstück auf vier Rädern, das er nahe seiner Wohnung in Ochsenwerder abgestellt hatte. Disch war geschockt: Der Bus, der der Hamburger Firma „Bösche-Reisen“ gehört und während der Spielpausen auch „normale“ Reisende befördert, war verschandelt.

Fahrer Roland Disch (59) war fassungslos, als er die Schmierereien auf „seinem“ Bus sah. Die Frontscheibe konnte er selbst von dem Wort „Asoziale“ befreien, alles andere muss neu lackiert werden.
Fahrer Roland Disch (59) war fassungslos, als er die Schmierereien auf „seinem“ Bus sah. Die Frontscheibe konnte er selbst von dem Wort „Asoziale“ befreien, alles andere muss neu lackiert werden.
Foto: Thorsten Baering

Auf der linken Seite wurde ein mächtiges Graffiti mit der Aufschrift „Fünf Jahre NPF - alles Gute“ gesprüht, vorn stand „Asoziale Fans vom HSV“. Ob die Schmierfinken tatsächlich Anhänger des Stadtrivalen waren, ist nicht bewiesen. Das „Kunstwerk“ deutet auf Täter aus der Sprayer-Szene hin. Disch erstattete Anzeige.

Der 59-jährige gebürtige Freiburger frustriert zur MOPO: „Die Chaoten treffen nicht St. Pauli, sondern unsere Firma und mich.“ Sein Arbeitgeber muss den oft angefragten Bus neu lackieren lassen (Kosten um 5000 Euro), kann ihn in dieser Zeit nicht vermieten. Disch vermutet überdies, dass er ihn künftig nur noch auf dem Firmengelände, nicht mehr zu Hause parken darf: „Das bedeutet, dass ich täglich eine Stunde länger unterwegs bin.“

Für Disch ist es der erste Zwischenfall dieser Art: „Auf der Reeperbahn wurde der Bus mal mit Bier beschmissen. Ansonsten sind alle Menschen sehr freundlich. Oft werde ich gefragt, ob man den Bus mal fotografieren dürfe.“ Das wird bis zur Umlackierung wohl seltener passieren.

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