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Kompakt, homogen, spielstark: St. Paulis junge Mannschaft ist „gerüstet“

Nur zusammen sind wir stark: Die Mannschaft des FC St. Pauli beim Feiern mit den Fans. Täuschen die Eindrücke vom Nordsjaelland-Test nicht, werden sich solche Szenen häufen.
Nur zusammen sind wir stark: Die Mannschaft des FC St. Pauli beim Feiern mit den Fans. Täuschen die Eindrücke vom Nordsjaelland-Test nicht, werden sich solche Szenen häufen.
Foto: Witters

Die Szene hatte durchaus Aussagekraft. Nach dem 3:1 über den FC Nordsjaelland schlenderte Sportchef Rachid Azzouzi am Sonnabend fröhlich pfeifend durch die Katakomben am Millerntor. „Guter Fußball“, frohlockte er und wiederholte: „Das war richtig guter Fußball.“

Tatsächlich präsentiert sich der FC St. Pauli knapp eine Woche vor dem Pflichtspielstart gegen Energie Cottbus (Sonntag, 13.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.DE) gleich in mehreren Aspekten „gerüstet“, wie Trainer Michael Frontzeck bemerkte.

- Die Mannschaft präsentierte sich trotz etlicher Ausfälle und einiger Wechsel 90 Minuten lang als eine eben solche. Man hatte den Eindruck einer homogenen Einheit, in der jeder weiß, was er zu tun und zu lassen hat.

- Die Defensive vor dem lautstark dirigierenden Torhüter Philipp Tschauner wirkte bombensicher. Das Zauberwort des modernen Fußballs, die Kompaktheit, haben die Kiezkicker offenbar verinnerlicht. Inbegriffen die Doppel-Sechs, wo die Abteilung „Jugend forscht“ mit Patrick Funk (22) und Dennis Daube (23) die Nase vorn hat. Und wohl dem, der alternativ Florian Kringe (30) und Fabian Boll (34) ebenso in der Hinterhand hat wie einen aufstrebenden Marcel Andrijanic (20).

Trainingsfleißig: Jan-Philipp Kalla lässt sich nicht hängen, muss sich aber vorerst mit einem Platz auf der Bank begnügen.
Trainingsfleißig: Jan-Philipp Kalla lässt sich nicht hängen, muss sich aber vorerst mit einem Platz auf der Bank begnügen.
Foto: Witters

- Egal, wen Frontzeck in der Mittelfeld-Dreierkette von der Leine lässt: Qualität und Spielfreude scheinen garantiert. Andy Gogia ist super drauf, Lennart Thy wieder bei alter Stärke, Fin Bartels und Florian Bruns über jeden Zweifel erhaben – auf den Außenbahnen geht es schon in Abwesenheit von Joseph-Claude Gyau (Knie) und Kevin Schindler (Sprunggelenk) eng zu wie lange nicht. Zentral ist Christopher Buchtmann nicht konkurrenzlos, aber gesetzt.


- Rechtzeitig zum Rückrundenstart hat Routinier Marius Ebbers die alte Treffsicherheit wieder entdeckt. Sollte Daniel Ginczek passen müssen, wäre Ebbers’ 100. Zweitliga-Tor nur eine Frage der Zeit. Und zur Not könnte Frontzeck auch Thy, der bereits gegen Nordsjaelland gelegentlich mit Ebbers die Position tauschte, an die Front versetzen.


Im Vergleich zu den positiven Punkten fielen die optimierungsbedürftigen fast hinten herunter. Die Verwertung der in der ersten Hälfte zahlreich herausgespielten Chancen ließ zu wünschen übrig und verdeutlichte St. Paulis Hauptproblematik (18 Tore in 19 Partien). „Und wir dürfen nicht jede Situation spielerisch lösen wollen“, mahnte Frontzeck in Erinnerung an die Entstehung des Gegentreffers, „vor allem nicht angesichts der aktuellen Platzverhältnisse.“


Natürlich darf man Erkenntnisse aus einem Testspiel nicht überbewerten, natürlich kann es gegen Cottbus trotzdem nach hinten losgehen, ganz sicher werden Rückschläge folgen. Doch davon sollten sich die Verantwortlichen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Der Weg, den der FC St. Pauli eingeschlagen hat, scheint der richtige zu sein.

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