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FC St. Pauli-Profi: Joseph-Claude Gyau: Der Raketen- Mann

Der Ball ist am Fuß, der Blick geht voraus: Wenn „Joe“ Gyau in Aktion tritt, ist immer ein extrem hohes Tempo angesagt.
Der Ball ist am Fuß, der Blick geht voraus: Wenn „Joe“ Gyau in Aktion tritt, ist immer ein extrem hohes Tempo angesagt.
 Foto: Witters

Er ist der schnellste Spieler des FC St. Pauli aller Zeiten. Noch etwas flinker als David Hoilett, der 2008/2009 am Millerntor kickte und mittlerweile für die Queens Park Rangers durch die englische Premier League flitzt: Joseph-Claude Gyau rennt die 100 Meter in unglaublichen 10, 7 Sekunden!

Der junge Mann (20) hat es in jeder Beziehung eilig. In Rekordgeschwindigkeit lernte der Leihspieler aus Hoffenheim Deutsch. Erst 2012 aus den USA gekommen, kann er sich längst nahezu problemlos über alles unterhalten. Allen Ernstes behauptet er: „Ich halte Deutsch nicht für schwierig.“

Von Anfang an habe er sich heimisch gefühlt: „Ich unternehme viel mit anderen jungen Spielern wie Christopher Avevor, Marcel Andrijanic, Lennart Thy und Andy Gogia. Wir gehen zusammen essen oder ins Kino.“

In Hamburg fühlt er sich offensichtlich wohler als zuvor bei Hoffenheim: „Hier ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft richtig gut.“

Auch fußballerisch tut ihm der Wechsel gut. „Joe“ absolvierte immerhin elf Einsätze in Braun-Weiß. Zuletzt durfte der Raketen-Mann sogar zweimal von Beginn an ran, spielte 90 Minuten beim 3:2 gegen Regensburg und 85 Minuten beim 1:0 in Aalen, half dabei mit, sechs wichtige Punkte im Abstiegskampf einzufahren.

Schön für ihn: Bei beiden Spielen saß Matthias Hamann, Bruder des Ex-Bayern-Stars Didi Hamann und Scout für US-Coach Jürgen Klinsmann in Europa, auf der Tribüne – und bestätigte ihm gute Leistungen. Gleichzeitig machte er ihm Hoffnungen auf seine ersten Länderspiele, nachdem Gyau im November beim 2:2 gegen Russland bereits im US-Kader gewesen war. „Am 2. Juni spielen wir in meiner Heimatstadt Washington gegen Deutschland. Und im Juli findet der Gold-Cup statt.“ Gruppengegner sind Costa Rica, Kuba und Belize.

Sein Fernziel ist die WM 2014 in Brasilien. Dies wird er vermutlich nur über den FC St. Pauli erreichen können. Gyau : „Ich würde gern länger bleiben.“ Die Chancen stehen gut. Der Kiezklub besitzt eine Option auf eine weitere Saison mit ihm. Und der Amerikaner brennt vor Ehrgeiz: „Ich will mich weiter verbessern, zum Beispiel meine Schnelligkeit auch ohne Ball mehr ausnutzen.“ Dann geht die St. Pauli-Rakete noch mehr ab.

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