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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 10.5.2012

FC St. Pauli: Ex-Boss Littmann kämpft jetzt für Schulte

Von Buttje Rosenfeld und Nils Weber
St. Paulis Ex-Boss Corny Littmann versteht nicht, dass Sportchef Schulte vereinsintern infrage gestellt wird.
St. Paulis Ex-Boss Corny Littmann versteht nicht, dass Sportchef Schulte vereinsintern infrage gestellt wird.
Foto: dpa

Seit seinem Rücktritt vor zwei Jahren blieb Corny Littmann ganz bewusst im Hintergrund. Angesichts der Diskussion um Sportchef Helmut Schulte, der nach dem „Analyse-Gespräch“ am Mittwochabend offenbar immer noch auf dem Prüfstand beim Präsidium steht („Weitere Gespräche folgen“), gibt der frühere Präsident seine Zurückhaltung erstmals auf.

Dass Schulte überhaupt in diesen Tagen vereinsintern infrage gestellt wird, versteht Littmann nicht: „Es ist die wichtigste Zeit für Transfers. Jetzt über eine Trennung des Sportdirektors zu spekulieren, halte ich für Harakiri. Das ist abenteuerlich.“

Littmann weiter: „Ein Sportchef muss sich an Ergebnissen messen lassen – und die sind bei Schulte hervorragend. Er hat Spieler wie Max Kruse oder Lasse Sobiech und dank seiner guten Kontakte einen Großteil der Mannschaft geholt. Aber nicht nur das: Er hat die Planung des künftigen Trainingszentrums mitbetreut und vorangetrieben sowie die Nachwuchsarbeit auf Vordermann gebracht.“ Dem 59-jährigen Theatermann imponiert, dass Schulte seine Arbeit durchweg „geräuschlos“ erledigt.

Dass der Manager immer wieder einmal bei Spielern aneckt, sie sich von ihm schlecht behandelt fühlen, hält Littmann für normal: „Ein Sportchef darf im Gegensatz zum Trainer ein angespanntes Verhältnis zu den Profis haben. Das liegt in der Natur der Sache. Er befindet sich in einem konfliktträchtigen Umfeld. Schließlich muss er den Jungs unter Umständen sagen, dass sie gehen müssen oder weniger Geld verdienen.“

Littmanns Kritik an Schulte: „Er war schon zu meiner Zeit zu harmoniebedürftig. Er muss in einigen Situationen lauter werden und auch mal auf den Tisch hauen.“ Der Vertrag des Sportchefs läuft Ende Februar 2013 aus. Wohl einmalig in Fußball-Deutschland: Der Mann, der die Klub-Zukunft plant, weiß seit Monaten selbst nicht, wie es mit ihm weitergeht.

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