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Ex-Kölner: Christopher Buchtmann: Angekommen beim FC St. Pauli

Auf Weltmeister Fernando Torres traf Christopher Buchtmann einst in Liverpool. Gemeinsam büffelten sie die englische Sprache. In der Lobby des Teamhotels „Ely Quality“ spielt Christopher Buchtmann verstecken. Auf dem Platz zeigt er sich.
Auf Weltmeister Fernando Torres traf Christopher Buchtmann einst in Liverpool. Gemeinsam büffelten sie die englische Sprache. In der Lobby des Teamhotels „Ely Quality“ spielt Christopher Buchtmann verstecken. Auf dem Platz zeigt er sich.
 Foto: WITTERS

Mensch, Stani! Wo war der Kennerblick? Der frühere St. Pauli- und jetzige Köln-Trainer Holger Stanislawski hatte Christopher Buchtmann zu Saisonbeginn aussortiert. „Buchti“ bereitete dem Kiezklub seitdem schon viel Freude und ist jetzt auch im türkischen Belek wieder richtig gut drauf.

Dem 20-jährigen „Zehner“ gehorcht der Ball wie ein gut dressierter Hund an der Leine. Man spürt einfach, dass er sich wohl fühlt. Buchtmann bestätigte das im Gespräch mit der MOPO: „Es ist schön für mich, bei St. Pauli zu sein. Die Mannschaft hat mich klasse aufgenommen – und das Umfeld passt.“

Das war bei seinen vorherigen Stationen nicht so. In Köln schon gar nicht. Aber auch vorher nicht im Mutterland des Fußballs. Als 16-Jähriger war er aus der B-Jugend von Borussia Dortmund zum FC Liverpool gewechselt, spielte dort in der Nachwuchsmannschaft: „Vor allem in den ersten drei Monaten war das eine harte Zeit. Auch weil mein Englisch nicht so prall war.“

Allerdings schwärmt er von den gemeinsamen Übungsstunden mit einem Welt- und Europameister: „Fernando Torres war in unserer Lerngruppe. Das hatte natürlich etwas, mit ihm die Schulbank zu drücken.“

Danach wechselte „Buchti“ nach Fulham. Während er zuvor noch in einer Gastfamilie leben konnte, musste er in London mit einem Hotel vorlieb nehmen. Nach Deutschland zurückgekommen, zunächst zum 1. FC Köln, sei er nicht wegen des Fußballs: „Ich war privat die meiste Zeit allein. Ich brauche aber ein intaktes Umfeld.“

Das Kicken dagegen brachte dem deutschen U17-Europameister von 2009 auf der Insel durchaus Spaß: „Da geht es immer rauf und runter. Da wird nicht groß gejammert. Schauspielerei mögen auch die eigenen Fans dort gar nicht.“ Die Zeit in England mit rustikalen Zweikämpfen kommt ihm jetzt zugute: „Ich habe gelernt, wieder aufzustehen, weiterzumachen Auch hier in der Zweiten Liga geht es zur Sache.“

An seiner Robustheit hat er zuletzt hart gearbeitet, stellt stolz fest: „Die Oberkörpermuskulatur ist schon viel definierter.“ Woran er jetzt noch feilen möchte: „Ich muss vor dem Tor abgebrühter werden.“ Buchtmann will nicht über seinen Status als Stammspieler reden, sondern „meine Leistung immer wieder bestätigen und alles für die Mannschaft tun.“

Weil im Team „jeder jeden pusht“, glaubt er an eine erfolgreiche Rückrunde und hat große Ziele: „Ich möchte in die Bundesliga aufsteigen, am liebsten mit St. Pauli. Sicher nicht in dieser Saison, vielleicht aber in der nächsten.“ Klappt es, wird man Stani noch viel weniger verstehen.

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