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Empfehlen | Drucken | Kontakt Datum: 4.12.2012

Erfolg auf Pump: St. Pauli: Nur Durchgangsstation für junge Talente?

Von Buttje Rosenfeld
Noch jubeln Daniel Ginczek (l.) und Christopher Avevor gemeinsam beim FC St. Pauli. Mit starken Leistungen empfehlen sie sich für ein Engagement in der Bundesliga.
Noch jubeln Daniel Ginczek (l.) und Christopher Avevor gemeinsam beim FC St. Pauli. Mit starken Leistungen empfehlen sie sich für ein Engagement in der Bundesliga.
Foto: Witters

Das 1:0 gegen Lautern tat dem FC St. Pauli gut. „Es war wichtig für das Selbstvertrauen, auch mal einen Großen zu schlagen“, sagt Sportchef Rachid Azzouzi. Der Torschütze war Daniel Ginczek, einer der Leihspieler. Auf die setzt der Kiezklub seit Jahren – Erfolg auf Pump.

Carlos Zambrano und Bastian Oczipka sind mitverantwortlich für das bislang gute Abschneiden von Bundesliga-Aufsteiger Frankfurt; Lasse Sobiech und Gerald Asamoah sollen beim Kampf um den Klassenverbleib von Fürth mithelfen. Alle waren zuvor von St. Pauli ausgeliehen worden, machten die Braun-Weißen stärker – und entwickelten sich weiter.

Auch in dieser Saison gibt es „Pump-Kicker“ am Millerntor wie Ginczek (Dortmund) auch Patrick Funk (Stuttgart), Christopher Avevor (Hannover), Joseph Gyau (Hoffenheim) und Akaki Gogia (Wolfsburg). Talente, die St. Pauli für den Moment guttun, mit denen man wegen ihrer relativ kurzen Verweildauer aber nur schwer eine zukunftsträchtige Mannschaft aufbauen kann.

Azzouzi ist deshalb mit diesem Modell nicht glücklich: „Ich halte nicht viel von Leihgeschäften. Wenn du keine Kaufoption hast, musst du immer auf die Vereine zugehen und sehen, was machbar ist.“ Das Problem des 41-Jährigen, als er zum Nachfolger von Helmut Schulte bestimmt wurde: „Im Sommer blieb mir wenig Zeit, um gute Leute fest zu verpflichten. Die Vereine wollten solche Spieler nicht abgeben.“

Für wenig bis gar keinen Zaster, wie es beim Kiezklub fast schon traditionell der Fall ist, schon mal gar nicht. Azzouzi: „Nur wenn genügend Geld da ist, kannst du auch einen Spieler kaufen. Die Kunst ist, sich dabei im finanziellen Rahmen des FC St. Pauli zu bewegen.“

Aber der frühere Fürther jammert nicht, er sieht es positiv: „Wir sind froh, überhaupt solche Jungs gefunden zu haben, in denen so großes Potenzial steckt. Bei uns fühlen sie sich wohl. Sie wissen, dass wir der richtige Klub sind, um sich weiterzuentwickeln.“
Er hofft, dass er die meisten von ihnen zumindest weiter ausleihen darf. Wenn aber (Stamm-)Spieler wie Avevor und Ginczek weiter so auftrumpfen, dürfte selbst das kaum machbar sein.

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