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Die Einbrecher: Der FC St. Pauli ist 2012 einfach nur Mittelmaß

Frust bei St. Paulis Max Kruse (l.), Marius Ebbers (M.) und Florian Bruns (r.).
Frust bei St. Paulis Max Kruse (l.), Marius Ebbers (M.) und Florian Bruns (r.).
Foto: dpa

Es klang ein bisschen wie das berühmte Pfeifen im Walde. „Eine Minimalchance haben wir noch“, sagte Fabian Boll nach dem 0:1 von Dresden. „Im Fußball sind schon die verrücktesten Dinge passiert.“ Im Geiste aber wird sich der Kapitän damit abgefunden haben, auch in der zweiten Jahreshälfte 2. Liga zu spielen – möglichst erfolgreicher, als es bisher in 2012 der Fall war.


Es hat Gründe, dass der FC St. Pauli den letzten Spieltag „nur“ als Tabellenfünfter angeht. Rein positionstechnisch hat sich seit Weihnachten zwar kaum etwas verändert, auf Rang vier hatten die Hamburger überwintert. Doch obwohl das Vorbereitungs-Trainingslager in Spanien allgemein als sehr gelungen empfunden wurde, begann mit dem ersten Pflichtspiel-Auftritt in Aachen (1:2) der Einbruch.


39 Punkte und 38 geschossene Tore standen nach 19 absolvierten Partien an Silvester zu Buche, in den folgenden 14 Begegnungen wurde es radikal minimalistischer. Nur noch 16 Treffer gelangen den Braun-Weißen, teils mitreißende Auftritte wie in Bochum (2:1), gegen 1860 (4:2) oder in Cottbus (4:1) wurden über weite Strecken durch wenig emotionalen Verwaltungs-Fußball (Braunschweig, Karlsruhe, Cottbus) ersetzt. Die Mannschaft wirkte mitunter gehemmt, versprühte kaum noch Esprit und Spielfreude.


Das traf auch auf die Auswärts-Auftritte zu. Wurden in 2011 noch fünf der ersten sieben Spiele auf fremdem Terrain gewonnen, so gelang in den folgenden zehn Begegnungen nur noch ein Sieg (1:0 in Duisburg). Überhaupt konnten von den letzten acht Partien nur zwei siegreich gestaltet werden, was summa summarum heißt: 20 von 42 möglichen Punkten in 2012 – Mittelmaß. Und schlussendlich wahrscheinlich zu wenig, um die noch krasser eingebrochene Düsseldorfer Fortuna aus Düsseldorf noch vom dritten Platz zu verdrängen.


Natürlich hat Trainer André Schubert recht, wenn er sagt: „Alle, die in der Tabelle oben stehen, haben eine sensationelle Hinrunde gespielt. Es ist normal, dass nicht alle das Niveau halten können.“ Und doch ist es erwähnenswert, dass dies zum Beispiel seinem Ex-Klub Paderborn besser geglückt ist, dass mit dem SCP, dem FC Ingolstadt, Dynamo Dresden, 1860 München sowie den Aufsteigern aus Fürth und Frankfurt sechs Klubs eine bessere Rückrunde hinlegen als die Braun-Weißen. Denn St. Pauli ist längst nicht mehr der Underdog früherer Tage, sondern hat mit geschätzten 12 Millionen Euro den zweithöchsten Profi-Etat der Liga.

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