Er könnte fast als Neuling bezeichnet werden. Dabei ist Florian Bruns schon seit sechseinhalb Jahren ein St. Paulianer. Aber noch nie war er derart lange zum Zuschauen verdammt. Die letzten acht Spiele der Kiezkicker hat Bruns verpasst – und damit sogar eines mehr als in den drei Saisons davor zusammen. Im neuen Jahr will der einstige Dauerbrenner zurück in die Zukunft.
Seine Laune ist trotz des Hamburger Schietwetters bestens und auch der Rücken bereitet ihm bei den ersten Trainingseinheiten des Jahres an der Kollaustraße keine Sorgen mehr. Die schwere Prellung, die ihn wochenlang außer Gefecht gesetzt hatte, gehört ebenso der Vergangenheit an wie das Jahr 2012, das der 33-Jährige an Silvester in Wien verabschiedete.
Bruns sprüht vor Tatendrang. „Ich werde wieder angreifen“, kündigt der Mittelfeldmann an. „Ich werde alles dafür tun, um im ersten Spiel gegen Cottbus zur Startelf zu gehören und in der Rückserie auf Spiele kommen.“ Viele Spiele. Möglichst alle.
Er hat nicht immer geglänzt, aber „Flo“ hat fast immer gespielt. In jeder der sechs kompletten Spielzeiten hat der Oldenburger 30,5 Spiele im Schnitt bestritten, nie weniger als 28. Egal, ob Regionalliga, Zweite Liga oder Bundesliga. Ein echter Dauerbrenner. Bis zur im Pokalspiel in Stuttgart am 31. Oktober erlittenen Wirbelsäulenprellung.
Die erste lange Zwangspause seiner Karriere war nicht nur „ungewohnt“, sie hat auch Konsequenzen. Aufgrund der vielen verpassten Spiele kann Bruns nicht mehr auf die für eine automatische Verlängerung (bis 2014) erforderliche Anzahl an Einsätzen kommen. „Fakt ist, dass mein Vertrag ausläuft.“
Er will „das eine oder andere Jahr spielen“, betont Bruns, „mindestens eine weitere Saison.“ Bei welchem Klub, ist allerdings unklar. Mit St. Pauli habe es noch keine Gespräche gegeben. Der Kiezklub sei der erste Ansprechpartner, versicherte Bruns. „Aber wenn es hier nicht weitergeht, dann woanders.“
Er hat es selbst in den Füßen, sich unverzichtbar zu machen. Dabei setzt Bruns nicht nur auf seine Technik und Dynamik. „Ich hoffe, dass auch auf Erfahrung gesetzt wird. Man braucht eine gute Mischung aus jungen Wilden und Alten.“ Und er fühlt sich auch als alter Hase noch fit genug, um den Youngstern die Hacken zu zeigen.
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