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WM-Aus im Viertelfinale: Schade! Spanier beenden das Wintermärchen

Geschlagen – Keeper Silvio Heinevetter
Geschlagen – Keeper Silvio Heinevetter
Foto: Getty

Die Überflieger werden heute ein letztes Mal abheben – um nach Hause zu fliegen. Das „Wintermärchen reloaded“ der deutschen Handballer ist vorbei.

Im Hexenkessel von Saragossa zerschellte der Traum von einer Medaille an der Mauer aus Fleisch und Blut der spanischen Stiere. Die Sensation war lange greifbar nah – und am Ende so fern. Tränen, Frust, aber auch Stolz.

Erhobenen Hauptes, aber mit feuchten Augen schritten die deutschen Spieler nach dem 24:28 (14:12) gegen Gastgeber Spanien im Viertelfinale der WM vom Parkett des „Pabellón Príncipe Felipe“, den die 11.500 Zuschauer in ein brüllendes Ungetüm aus Beton und Stahl verwandelten. Die Matadore hatten verloren, die Stiere tanzten.

DHB-Trainer Martin Heuberger
DHB-Trainer Martin Heuberger
Foto: Getty

Sie hatten alles gegeben, hatten den Gold-Favoriten ins Wanken gebracht, nervös gemacht. Doch in den entscheidenden Minuten des Spiels war das Alles der Deutschen eben nicht gut genug, fehlten Durchschlagskraft, ein kühler Kopf und die für eine weitere Handball-Sensation nötige Portion Glück.

„Wir waren dicht dran, aber eben nur dicht dran. Das bringt dir letztlich nichts“, haderte der überragende Keeper Silvio Heinevetter (15 Paraden) und versteckte seinen Kopf unter einem Handtuch. An ihm hatte es nicht gelegen.

An der vor allem in den ersten 30 Minuten gigantisch guten Abwehr auch nicht. Es war der Angriff, der nach der Pause der körperlichen Überlegenheit der Spanier zusehends weniger entgegen zu setzen hatte.

In einem harten und hitzigen Duell hatten die Deutschen noch in der 44. Minute mit 20:19 geführt, doch in der Schlussviertelstunde gelangen dem DHB-Team nur noch vier Tore.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger. Das darf, das kann, das muss er sein.

Patrick Groetzki ärgert sich über die beiden versiebten Superchancen.
Patrick Groetzki ärgert sich über die beiden versiebten Superchancen.
Foto: AP

Groetzki traurig: Ich hab’s verbockt

Patrick Groetzki war nach der Schlusssirene untröstlich. Aus und vorbei! Und ausgerechnet der Pforzheimer, der in der Bundesliga für die Rhein-Neckar-Löwen spielt, hatte es in der Hand gehabt, den haushohen WM-Favoriten Spanien aus dem Turnier zu werfen.

Als die Deutschen in der zweiten Halbzeit überraschend 20:19 in Führung lag, kam Groetzki bei zwei Tempogegenstößen frei vor dem spanischen Torwart zum Wurf – und versiebte alle zwei Chancen!

„Keinen Vorwurf an Patrick. Er hat eine Riesen-WM gespielt“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger und versuchte so, seinen Schützling aus der Schusslinie zu nehmen. Ausgerechnet Greotzki, eine der großen Entdeckungen in dieser neu formierten und so unbekümmert frisch auftretenden WM-Mannschaft.

Noch Minuten nach Spielschluss war Groetzki selbst völlig niedergeschlagen. Diese Aktionen waren schon ein bisschen spielentscheidend“, jammerte er, „wenn ich die rein mache, führen wir mit drei Toren Vorsprung. Doch stattdessen kippt genau da das Spiel. Das macht mich traurig.“

Da war es auch kein Trost für Groetzki, dass die deutsche Mannschaft insgesamt eine riesige WM gespielt hat. „Wenn man so ein Spiel wie gegen Spanien so offen gestaltet wie wir heute, dann will man auch ins Halbfinale.“

Stimmen zum Spiel

Kai

Kapitän Oliver Roggisch: „Wir haben die Spanier lange geärgert. darauf sind wir stolz“, sagte Kapitän Oliver Roggisch. Und: „In der zweiten Halbzeit haben wir die Big Points nicht gemacht. Dennoch wird gefeiert – wir dürfen nicht vergessen, was wir bei dieser WM geleistet haben.“

Martin Heuberger: „Wir haben gut gekämpft. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir zu viele Chancen vergeben und waren zu oft in Unterzahl.“

Patrick Groetzki: „Meine zwei vergebenen Möglichkeiten waren schon ein bisschen spielentscheidend. Das macht mich sehr traurig.“

Dominik Klein: „Diese Mannschaft hat sich für Deutschland den Arsch aufgerissen.“

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