Sie jubelten, hüpften auf dem Parkett herum, lagen sich in den Armen.
Nein, die deutschen Handballer haben nicht den EM-Titel gewonnen – sie haben gerade mal mit einem hart umkämpften 24:23-Sieg gegen Mazedonien das vorzeitige Aus bei dieser Europameisterschaft in Serbien verhindert.
Der in der Kritik stehende Heiner-Brand-Nachfolger Martin Heuberger kann erst einmal durchatmen. Jetzt ist das Weiterkommen wieder möglich.
Doch wie viel trug Bundestrainer Heuberger gestern zum Erfolg wirklich bei? Als das Spiel in die entscheidende Phase ging und er der Mannschaft während einer mazedonischen Auszeit in der letzten Spielminute technisch-taktische Weisheiten vermitteln wollte, fielen ihm die Spieler lautstark ins Wort, übernahmen selbst die Initiative und machten sich mit Gebrüll („Der Ball ist uns!“) selber Mut!
Dass die Mazedonier dann mit dem einzig noch zur Verfügung stehenden Wurf des überragenden Kiril Lazarov (7 Tore) zehn Sekunden vor Schluss nur die Latte trafen, war natürlich Glück für die deutschen Handballer, die so den knappen Sieg retteten.
„Das war heute ein extrem hartes Spiel. Die Zuschauer in der Halle waren gegen uns, das macht den Sieg noch wertvoller“, sagte der Kieler Lars Kaufmann,der von Beginn an überraschend für den bei der Niederlage im Auftaktspiel total enttäuschenden Kapitän Pascal Hens in die Mannschaft kam.
Wenn auch nicht alles nach Wunsch lief, wenigstens gekämpft hat das Team vor 4800 Zuschauern, die die Halle in Nis zur Hölle machten und Feuerzeuge sowie Münzen aufs Spielfeld warfen.
„Die Situation war nicht einfach. Wir haben gekämpft und gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind. Daher kann ich dem Team nur ein Kompliment machen“, sagte Heuberger, der neben der Kapitäns-Rasur von „Pommes“ Hens eine weitere Personalentscheidung traf: Für Heinevetter spielte Carsten Lichtlein im Tor – und der machte seine Sache gut. Endlich ein Lichtlein am Horizont!