Nach Auftakt-Pleite

EM: Deutschland zittert vor Mazedonien

Von Nils Weber
Deutschlands Kapitän Pascal Hens kämpfte gegen Tschechien für seine Mannschaft. Am Ende hat es nicht zum Sieg gereicht.
Deutschlands Kapitän Pascal Hens kämpfte gegen Tschechien für seine Mannschaft. Am Ende hat es nicht zum Sieg gereicht.
Foto: Witters

So weit ist es schon gekommen: Die einstige Handballmacht Deutschland zittert vor Mazedonien. Im heutigen zweiten Vorrunden-Spiel der EM in Serbien (Dienstag, 18.15 Uhr, ARD live) sind Kapitän Pascal Hens und Co. zum Siegen verdammt. Sie müssen durch die Hölle gehen.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Im Mannschaftshotel „Tami Residence“ versuchen sich die deutschen Spieler nach dem Auftaktdebakel gegen Tschechien wieder aufzubauen und Mut zuzusprechen für das nächste „Endspiel“ gegen den Außenseiter um Superstar Kiril Lazarov von Athelico Madrid. Im Falle einer Niederlage droht akut das erste EM-Vorrunden-Aus der deutschen Handball-Historie. Schon heute kann alles vorbei sein, sollte anschließend Schweden gegen Tschechien gewinnen.

Es ist ganz gut, dass das stark verunsicherte Team von Neu-Bundestrainer Martin Heuberger, der seinen Spielern Trickwürfe verboten hat, etwas außerhalb der äußerst lebendigen Innenstadt von Nis logiert, denn die ist derzeit fest in mazedonischer Hand. Das Spießroutenlaufen kommt noch früh genug.

Rund 5.000 fanatische Handball-Fans sind aus dem Nachbarland angereist, obwohl die Halle nur 4.000 Plätze fasst. Fans aus Deutschland und Schweden konnte man am ersten Spieltag an zwei Händen abzählen. Die mazedonische Anhängerschar in Rot-Gelb wird das „Sportski Centar Cair“ zum Kochen bringen.

Mehr dazu

Frenetische Fan-Gesänge, tosender Torjubel sowie gellende Pfiffe und Schmährufe für den Gegner. Von einem Duell auf neutralem Boden kann nicht die Rede sein. „Das wird ein Auswärtsspiel“, weiß Holger Glandorf. Hens erwartet ein „knüppelhartes Ding, auf das wir uns vor allem im Kopf vorbereiten müssen.“

Im Hexenkessel ist ein kühler Kopf gefragt. „Wir müssen gleich die Dinger reinmachen, um Sicherheit zu kriegen und den Gegner nicht aufzubauen“, betont HSV-Torjäger Hens, der gegen Tschechien einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und wie seine Kollegen auf Wiedergutmachung brennt.

Die große Hoffnung im deutschen Lager ist, dass ausgerechnet dieses brandheiße Spiel die Mannschaft zusammen schweißt und der Befreiungsschlag gelingt. Es ist eine Chance. Die letzte für diese deutsche Mannschaft. Durchbruch oder Aufbruch - nach Hause.

 

Weitere Meldungen Sportmix
Jenny Mensing posiert stolz mit ihrer Goldmedaille.

Riesen-Erfolg für Deutschland: Rückenschwimmerin Jenny Mensing hat bei der EM in Ungarn die Goldmedaille gewonnen. Nach Silber über 200 Meter holte sich die Wiesbadenerin den Titel über 100 Meter.   mehr...

Britta Steffen zeigt ihre Silbermedaille.

Große Geste nach EM-Silber: Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hat ihre Medaille über 100 m Freistil bei den Schwimm-Europameisterschaften dem deutschen Hallensprecher in Debrecen geschenkt.  mehr...

Kraulen am Beckenrand: Britta Steffen und Paul Biedermann sind das Wasser-Traumpaar.

Seit Anfang 2010 sind sie ein Paar. Was sie zunächst verheimlichten, gehört nun bei jeder großen Schwimm-Veranstaltung zur Normalität. Britta Steffen (28) und Paul Biedermann (25) gleiten knutschend durchs Becken und zeigen ihre Liebe.  mehr...

Datum:  16.1.2012
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken