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Holger Schmezer (65): Dressur-Bundestrainer tot im Hotel aufgefunden

Der Bundestrainer der deutschen Dressurreiter, Holger Schmezer, ist überraschend verstorben.
Der Bundestrainer der deutschen Dressurreiter, Holger Schmezer, ist überraschend verstorben.
Foto: dpa

Entsetzen, Trauer, Fassungslosigkeit: Der überraschende Tod von Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer hat dem deutschen Reitsport einen schweren Schock versetzt. Die Reiter waren Donnerstagabend vor dem Weltcup-Finale in 's-Hertogenbosch mit ihrem Coach zum Essen verabredet. Als der 65-Jährige auf viele Handyanrufe nicht reagiert hatte, wurde sein Zimmer vom Hotelpersonal geöffnet. Dort fand man den Coach tot vor.

„Wir können es nicht fassen, dass Holger Schmezer nicht mehr unter uns ist. Der Dressursport verliert einen seiner engagiertesten Trainer und einen gradlinigen Menschen“, sagte Präsident Breido Graf zu Rantzau vom deutschen Reit-Verband FN und brachte das Entsetzen vor Ort auf den Punkt. „Ich bin geschockt“, sagte Heike Kemmer, unter Schmezer 2004 und 2008 Mannschafts-Olympiasiegerin: „Er war für mich immer der Fels in der Brandung. Wo er stand, da stand er.“

Über die Ursachen des Todes wurden zunächst keine Angaben gemacht. „Holger Schmezer war zuletzt frohen Mutes, schlagfertig und positiv eingestellt, wie man ihn kannte“, sagte Dennis Peiler, ab dem 1. Mai neuer Geschäftsführer Sport des Reiterverbandes FN. „Er hat in den vergangenen Wochen auf mich einen sehr munteren Eindruck gemacht und war mit Blick auf Olympia in London äußerst agil“, sagte Klaus Roeser, Vorsitzender des Dressur-Ausschusses.

Die Reiter um die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) reagierten vor Ort geschockt. Polizei und Notärzte wurden alarmiert, die nur noch den Tod des beliebten Trainers feststellen konnten. Fraglich blieb, ob eine Obduktion vorgenommen wird.

Nach langer Diskussion entschieden sich Isabell Werth und Co. dazu, beim Grand Prix zum Auftakt des Weltcup-Finals am Freitag zu starten. „Er hätte es bestimmt so gewollt“, sagte Werth. Den Tränen nahe bereitete Schmezers Assistent Jonny Hilberath das Team auf dem Abreiteplatz vor. Eine Schweigeminute während des Wettkampfes sollte an den tragischen Tod erinnern.

Olympia wollte Schmezer noch mitnehmen, danach sollte Schluss sein. Er wollte endlich mehr Zeit für seine Frau Martha und die sechs Jahre alte Tochter Olenka haben. In den vergangenen Monaten hatte er die Equipe akribisch auf Olympia vorbereitet. Schmezer tat alles dafür, damit sein Team die historische Goldserie verteidigen kann. Seit Silber 1972 in München stand die deutsche Equipe bei Olympia mit Ausnahme der Boykott-Spiele 1980 in Moskau stets ganz oben auf dem Treppchen.

Schmezer sammelte als Bundestrainer jede Menge Medaillen. Zu seinen größten Erfolgen zählten die Goldmedaillen mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen und 2008 in Hongkong. Bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 holte er zweimal Teamgold und zweimal Einzelgold. Bei Europameisterschaften triumphierte seine Equipe dreimal.

Holger Schmezer

Holger Schmezer wurde 1947 in Bad Rappenau, Baden-Württemberg, geboren. Er war seit 2001 der Erfolgs-Bundestrainer der deutschen Dressurreiter. Seine größter Erfolg war ein Olympia-Sieg mit der Mannschaft im Jahr 2004. Doch auch bei Welt- und Europameisterschaften regnete es zahllose Medaillen für seine Schützlinge.

Er selbst probierte viele Sportarten aus, bevor er über den Modernen Fünfkampf und die Vielseitigkeit zum Dressurreiten kam.

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