Vor dem Kampf reißen die Gegner der Klitschkos das Maul immer ganz schön weit auf. Danach sind sie dann aber meist recht kleinlaut. Das hält Dereck Chisora, Gegner von Vitali Klitschko am Samstag in München (23 Uhr/RTL live), aber nicht davon ab, einen auf dicke Hose zu machen.
Während der WBC-Weltmeister sich vor der Titelverteidigung gern in seiner Funktion als mahnender Politiker über den Zustand in seiner Heimat Ukraine äußert („Es gibt nicht wenige, die fürchten, dass es zu einem blutigen Aufstand kommen könnte“), lästert sein Herausforderer über den akademischen Grad von „Dr. Eisenfaust“: „Klitschko mag ein Doktor sein, aber ich bin die Schwarze Pest, für die es keine Heilung gibt.“
Das Image des bösen Buben pflegt Chisora, vor 28 Jahren als Sohn eines Multimillionärs in Zimbabwe geboren, mit Hingabe. Als er 15 war, trennten sich die Eltern. Der Teenager zog mit seiner Mutter in einen der besseren Londoner Vororte.
Er selbst fand es in der Welt des Verbrechens aber spannender: Festnahme wegen illegalen Waffenbesitzes! Ein Bewährungshelfer, der ihn zum Boxen brachte, sorgte für die erneute Wende in seinem Leben.
2010 wurde Chisora dann doch noch zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er seine damalige Freundin Yalda Kontratchy verprügelt hatte.
Seinem Gegner Paul Butlin hatte er ein Jahr zuvor in Mike-Tyson-Manier ins Ohr gebissen. Einen anderen, Carl Baker, küsste er dafür bei einer Pressekonferenz auf den Mund – was dann natürlich fast in eine Schlägerei ausgeartet wäre...