An Claudia Pechsteins 40. Geburtstag hat die Polizei am Mittwoch das Grundstück der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin in Diensdorf nahe Berlin durchsucht.
Doch die Ermittlungen richten sich nicht gegen Pechstein selbst, gab der zuständige Oberstaatsanwalt Ulrich Scherding bekannt.
„Es geht um eine Messerstecherei im Rocker-Milieu am 15. Mai vergangenen Jahres in Ost-Brandenburg, bei der eine Person lebensgefährlich verletzt worden ist. Bei zwei der damals beteiligten Rocker besteht Grund zu der Annahme, dass sie sich häufiger im Haus von Frau Pechstein aufgehalten und auf dem Grundstück Waffen oder andere Gegenstände hinterlegt haben könnten“, sagte Scherding, der für die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder ermittelt.
Er betonte, dass die Aktion nichts mit den Doping-Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Erfurt gegen den Mediziner Andreas Franke, zu tun habe.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Personen Pechsteins Grundstück zeitweise bewachten, weil es häufig leer stand, nachdem die Eisschnellläuferin den Wohnsitz gewechselt hatte.
„Das hat zwar zu etwas Aufregung an meinem Geburtstag geführt, aber ich als Polizeibeamtin unterstütze alle Maßnahmen die zur Aufklärung des Verdachtes von Straftaten führen. Auch dann, wenn die Maßnahmen, so wie heute auf meinem Grundstück, ergebnislos bleiben“, erklärte Pechstein.
Insgesamt führte die Polizei am Mittwoch zehn Razzien im Zusammenhang mit der Tat im Rocker-Milieu durch, sieben davon in Berlin. Bereits im vergangenen Juli hatte Pechstein dementiert, Kontakte zu Mitgliedern der Rockergruppe Hells Angels zu pflegen, nachdem zuvor Spiegel online darüber berichtet hatte.