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Drama auf Italien-Rundfahrt: Radprofi Weylandt stirbt nach Horror-Sturz beim Giro

Wouter Weylandt kurz nach dem Sturz. Sein Helm ist verrutscht, das Blut strömt aus seiner Nase.
Wouter Weylandt kurz nach dem Sturz. Sein Helm ist verrutscht, das Blut strömt aus seiner Nase.
Foto: dapd

Schwarzer Tag für den Radsport. Um 18.01 Uhr wurde der 94. Giro d’Italia zum Giro des Todes. Rennarzt Giovanni Tredici verkündigte die traurige Nachricht vom tödlichen Unfall des belgischen Profis Wouter Weylandt (26).

Der Doktor: „Weylandt war ohne Bewusstsein, als wir zu ihm kamen. Wir haben 40 Minuten lang versucht, ihn zu reanimieren – aber vergebens. Er hatte einen Schädelbruch und mehrere Verletzungen im Gesicht.“

Weylandts schwangere Freundin Anne Sophie bei der Ankunft in Italien.
Weylandts schwangere Freundin Anne Sophie bei der Ankunft in Italien.
Foto: dpa

Die tödlichen Verletzungen, eine Folge eines schlimmen Sturzes auf der Abfahrt vom „Passo del Bocco“ 25 Kilometer vor dem Ziel der 3. Etappe nach Rapallo.

Weylandt verlor bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Rad, als sich sein linkes Pedal an einer Steinmauer verhakte. Der Belgier wurde zwanzig Meter durch die Luft geschleudert und prallte mit dem Kopf auf den Asphalt.

Der belgische Profi Wouter Weylandt - hier beim Rennen Kuurne-Brussels-Kuurne.
Der belgische Profi Wouter Weylandt - hier beim Rennen Kuurne-Brussels-Kuurne.
Foto: dpa

Dann spielten sich dramatische Szenen ab. Schnell war ärztliche Hilfe bei dem blutüberströmten Fahrer. Aber an der Unglücksstelle herrschte kein Mobiltelefon-Empfang. Per TV-Appell wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Der Helikopter konnte zunächst in dem bergigen Gelände nicht landen. Eine Stunde nach dem Sturz wurde der mit einem Tuch abgedeckte Leichnam von einem Krankenwagen abtransportiert.

Giro-Rennleiter Angelo Zomegnan sagte sofort die Siegerehrung für die 3. Etappe (Gewinner: Angel Vicioso) ab. „Das ist ein äußerst trauriger Tag für den Radsport, eine schlimme Nachricht für den Giro“, meinte Zomegnan nach dem insgesamt vierten Todesfall in der Geschichte der Italien-Rundfahrt.

„Wir haben einen Freund verloren. Das gesamte Team steht unter Schock“, lautete eine erste Erklärung seines Rennstalls Leopard-Trek, für den die Tour-Favoriten Frank und Andy Schleck und auch die Münsteraner Fabian Wegmann und Linus Gerdemann starten.

Die Familie des Opfers in Belgien war nicht zu einer Stellungnahme fähig. Besonders schlimm: Wouter Weylandts Freundin Anne Sophie ist schwanger und erwartet im September das erste Kind. Und Weylandt wollte erst gar nicht den Giro fahren. Nachdem aber Teamkollege Daniele Bennati mit Schlüsselbeinbruch ausfiel, wurde Weylandt nachnominiert.

Unter den Fahrern herrschte Betroffenheit. „Mir fehlen die Worte. Wouter ist nicht mehr unter uns. Ruhe in Frieden, Wouter!“ sagte der frühere belgische Sportchef Johan Bruyneel.

Weylandts geschockte Kollegen vom Team Leopard Trek wollen weiterfahren. „Aus Respekt für die Familie Weylandt werden wir an den Start gehen. Wir wollen unsere Trauer mit der Radsport-Welt teilen“, sagte Team-Manager Brian Nygaard.

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