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Deutschlands Handballer: Die goldige Generation

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes belegte bei der Weltmeisterschaft in Spanien einen starken fünften Platz.
Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes belegte bei der Weltmeisterschaft in Spanien einen starken fünften Platz.
Foto: dpa

Bei der Weltmeisterschaft wird um die Medaillen gekämpft – und Deutschlands Handballer sind ganz weit weg. Die Leidensfähigen unter ihnen werden sich die Partien im Palau Sant Jordi von Barcelona auf dem Sofa in den eigenen vier Wänden anschauen. Heimspiel statt Halbfinale. Fernsehen mit Fernweh.


Die Nacht war kurz. Um 6.13 Uhr morgens rollte der Mannschaftsbus im Nieselregen vom Vorplatz des Hotels „Palazzo“ in Saragossa in Richtung der Autobahn nach Madrid, wo um 12.25 Uhr der Flieger nach Frankfurt startete. Der letzte Höhenflug war ein trauriger.


Die ganz große Sensation hat die deutsche Mannschaft mit der 24:28-Niederlage im heißen Viertelfinal-Tanz gegen Gastgeber Spanien verpasst. Aber sie hat positiv überrascht bei diesem Turnier und mit Platz fünf ein Ausrufezeichen gesetzt.


Deutschland ist nach dem Absturz bei der WM 2011 auf Platz elf (noch) nicht zurück im Kreis der absoluten Weltklasse, aber nah dran. Und vor allem: Drin in den Herzen der deutschen Handball-Fans, die sie mit ihren oft furiosen Auftritten im Sturm erobert haben.


Die Handballer – ein Quoten-Hit. Sieben Millionen TV-Zuschauer hatten beim Viertelfinale mitgefiebert, in der Spitze waren es sogar 9,6 Millionen. Seit dem von Gold gekrönten Wintermärchen 2007 hat keine DHB-Auswahl mehr eine derartige Sympathie- und Euphoriewelle ausgelöst. Obwohl, oder gerade weil ihr vor dieser WM kaum jemand etwas zugetraut hatte. In erster Linie aber, weil wieder eine echte Mannschaft auf dem Parkett stand, eine verschworene Einheit mit guten Typen, die den Teamgeist nicht nur propagierte, sondern lebte. Leidenschaftlich. In jeder Minute sichtbar.


Es ist eine Mannschaft mit Zukunft, mit neuem Geist, der noch lange kein Edelmetall garantiert, aber die Basis dafür ist. Eine „goldige Generation“, die das Ziel hat, wieder eine goldene zu werden. „Diese Mannschaft“, sagt Kapitän Oliver Roggisch (34), der auf jeden Fall weitermachen will, „wird noch viel Freude bereiten.“

Durch das starke Auftreten bei der WM hat Bundestrainer Martin Heuberger deutlich an Profil gewonnen.
Durch das starke Auftreten bei der WM hat Bundestrainer Martin Heuberger deutlich an Profil gewonnen.
Foto: dpa

Der Bundestrainer hofft auf einen langfristigen Vertrag

Allen Unkenrufen zum Trotz hat Martin Heuberger die deutschen Handballer bei der WM in Spanien wieder an die Weltspitze herangeführt. Kann er irgendwann ernten, was er gesät hat? Darf er? Will er überhaupt?


Er könnte jetzt voller Genugtuung all seinen Kritikern das gute Abschneiden unter die Nase reiben. „Darum geht es nicht“, wiegelt der 48-Jährige ab. „Es geht darum, den deutschen Handball wieder nach vorn zu bringen. Das ist meine Aufgabe.“ Sein Vertrag läuft bis Sommer 2014. Heuberger betont, dass er „langfristig eine Mannschaft aufbauen“ will, die wieder „Medaillen gewinnen“ kann.


Der DHB wird aber erst die EM-Qualifikation im Frühjahr und Sommer abwarten. Scheitert die Mannschaft dort, wird es schwer, Heuberger zu halten. Zudem könnten sich auf dem DHB-Bundestag im September die Machtverhältnisse im Verband, der dann einen neuen Präsidenten und Vize wählt, zu seinen Ungunsten verschieben. Heuberger selbst fordert eine verstärkte Zusammenarbeit von DHB und Bundesliga bei der Förderung junger deutscher Spieler. „Nur dann macht es Sinn, das Projekt weiterzuführen.“

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