Das ersehnte Erfolgserlebnis im Rücken, den Dauerrivalen vor der Brust, die Hauptrunde vor Augen. Deutschlands Handballer wollen mit einem Sieg im Vorrunden-Endspiel am Donnerstag gegen Schweden (18.15 Uhr, ARD live) die Reise nach Belgrad buchen – und wieder nach dem Olympia-Strohhalm greifen. Strahlender Sonnenschein im verschneiten Nis, strahlende Gesichter im deutschen EM-Hotel „Tami Residence“ am Tag nach dem befreienden 24:23 Sieg gegen Mazedonien.
Auch ein Protest der Verlierer gegen die Wertung des Spiels (der finale Wurf von Kiril Lazarov sei angeblich von der Latte hinter die Torlinie gesprungen) konnte die heitere Stimmung nicht trüben, denn der wurde nach dem Videostudium vom Europaverband EHF abgeschmettert.
Volle Kraft voraus. Mit neuem Selbstvertrauen. „Unser Ziel lebt wieder“, verkündet Kapitän Pascal Hens im Hinblick auf die schon verloren geglaubte Chance auf eines der beiden Tickets für zwei Olympia-Qualifikationsturniere. Zukunftsmusik.
Ein Sieg muss her im 101. Duell mit dem WM-Vierten Schweden, mindestens aber ein Remis, um sicher in die Hauptrunde einzuziehen und nicht auf Schützenhilfe der Tschechen gegen Mazedonien angewiesen zu sein. Im Falle einer Niederlage und eines Sieges der Mazedonier aber wäre die deutsche Mannschaft raus aus dem Turnier.
„Es ist wieder ein Endspiel. Gegen Schweden geht es immer voll zur Sache. Wir müssen einen Super-Tag erwischen“, weiß Abwehrchef Oliver Roggisch. Schwedens Abwehrkante Tobias Karlsson freut sich auf einen echten Fight. „Beide Mannschaften wollen hart spielen. Ich hoffe, die Schiris pfeifen nicht kleinlich, sonst wird es peinlich.“
Wieder mittendrin statt nur dabei sein will Kapitän Hens. Innerhalb des Teams ist seine Position trotz der 60-minütigen Bankrolle gegen Mazedonien nicht geschwächt. Und auch Bundestrainer Martin Heuberger stärkt „Pommes“ den Rücken: „Natürlich wird er gebraucht. Seine Chance kommt noch.“