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Ex-Sportchef: Frank Arnesen: „Beim HSV hat man Rudi nicht vertraut“

Artjoms Rudnevs und Frank Arnesen

Im Sommer 2012 verpflichtete der damalige HSV-Sportchef Arnesen (l.) Stürmer Rudnevs.

Foto:

Witters

Er ist wieder auf dem Markt. Auch in Saloniki wurde Frank Arnesen (59) nicht glücklich, in der Vorwoche löste der frühere HSV-Sportchef seinen Vertrag beim griechischen Erstligaklub auf. Die Gelegenheit, mal wieder durchzupusten – und sich Zeit für ein Gespräch mit der MOPO zu nehmen.

MOPO: Wann schauen Sie mal wieder in Hamburg vorbei?
Frank Arnesen: Ach, sicher bald. Ich mache das ja jedes Jahr. Jetzt habe ich auch wieder etwas mehr Zeit ...

Sie nehmen es mit Humor. Aber warum hat es für Sie bei PAOK Saloniki nicht funktioniert?
Ich war acht Monate da und es ist ein bisschen wie in der Liebe. Am Anfang ist allesganz toll, du siehst nur die schönen Dinge. Aber nach und nach stellst du fest, dass du unterschiedliche Vorstellungen hast. Und irgendwann musst du dich dann trennen.

Aber nach acht Monaten schon …
Der Verein und ich hatten einfach unterschiedliche Philosophien. Ich habe das von Anfang an in meinen Überlegungen berücksichtigt. Deshalb habe ich einen Dreijahresvertrag nur mit der Option unterschrieben, nach einem Jahr aussteigen zu können, wenn es nicht passt. Das haben wir dann gemerkt. Und dann habe ich zum Klub-Boss gesagt: „Komm, lass uns das jetzt beenden. Wir trennen uns doch sowieso.“ Nun hat PAOK vier Monate Zeit, einen neuen Sportchef zu finden.

Seit Sie 2013 beim HSV gingen, läuft es beruflich nicht mehr ganz so rund für Sie. Ein kurzes Engagement in der Ukraine, nun das Aus in Griechenland. Denken Sie ans Aufhören?
Nein, überhaupt nicht! Ich bin immer noch heiß. Ich will arbeiten und bin für alles offen. Aber klar ist: Ich mache in Zukunft nicht mehr alles, sondern werde nur noch Angebote annehmen, die zu mir passen.

Leidet eigentlich das Selbstvertrauen unter Entlassungen?
Natürlich habe ich bei PAOK auch Fehler gemacht. Aber, ganz ehrlich: Ich weiß, was ich kann. Und das vergesse ich auch nicht. Beim HSV wurde ich ja auch eher kritisch beurteilt.

Nagt das an Ihnen?
Nein. Aber mir fällt auf, dass mit René Adler, Ivo Ilicevic und Artjoms Rudnevs immer noch Spieler da sind, die ich geholt habe. Das sagt doch etwas aus.

Rudnevs startet gerade durch. Wie sehr freuen Sie sich für ihn?
Das ist toll! Er ist ein fantastischer Bursche, der nie aufgibt. Ich freue mich sehr, dass er sich durchgesetzt hat. Leider hat man ihm beim HSV über zwei Jahre lang nicht richtig vertraut. Das ist für alle Beteiligten ärgerlich. Rudi hatte durchgehend das Niveau, beim HSV spielen zu können.

Sie haben immer an ihn geglaubt – und wollten ihn im vergangenen Sommer nach Saloniki holen.
Das wollte ich so sehr! Aber Rudi hat gesagt: „Frank, ich liebe Hamburg! Ich will da nicht weg, ich will mich durchsetzen.“ Deshalb wollte er nicht nach Saloniki. Für uns war das sehr schade. Jetzt muss ich sagen: Für Rudi war es vielleicht die richtige Entscheidung.