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MOPO.de | 1:2 in Stuttgart: Jetzt geht beim HSV das Zittern wieder los
30. January 2016
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1:2 in Stuttgart: Jetzt geht beim HSV das Zittern wieder los

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Hängende Köpfe beim HSV.

Foto:

WITTERS

Wenn Bruno Labbadia am Sonntag die DVD des Auftritts seiner Mannschaft am Abend zuvor beim VfB Stuttgart einlegt, dann wird es den Trainer des HSV noch einmal so richtig durchschütteln. Mit 1:2 (0:0) hatten die Hamburger verloren – und damit waren sie noch sehr gut bedient gewesen. Wenn das Team so weiterspielt, dann wird es wieder eine Zitter-Saison.

Vor der Partie hatte Labbadia einmal mehr betont, dass man sich nur auf die eigene Leistung und die eigenen Aufgaben konzentriere. Doch viele Fans dürften sich im Verlauf des Nachmittags dabei erwischt haben, besonders auf Augsburg, Frankfurt, Darmstadt, Bremen und Hannover zu schauen. Auf die Teams also, die sich derzeit im unteren Drittel der Tabelle tummeln.

Nach 19 von 34 Spielen steht der HSV zwar immer noch auf Rang elf, doch das ist kein Grund mehr, sich in Sicherheit zu wiegen. Denn der Vorsprung auf den Relegations-Platz ist nach den beiden Pleiten zum Rückrunden-Start auf drei Pünktchen geschmolzen. Wie bitter!

Bitter war auch, in welcher Verfassung sich die Rothosen vor 45.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena präsentierten. Von Anfang an waren sie überfordert mit der Angriffslust der Schwaben, die allerdings zunächst fahrlässig mit ihren Chancen umgingen.

Immer wieder tauchten sie gefährlich im Hamburger Strafraum auf, immer wieder verzweifelten sie an sich selbst: Christian Gentner (3., 18.), Daniel Didavi (15.), Filip Kostic (29.) und Timo Werner (37., 42.) hätten Stuttgart hoch in Führung bringen müssen – doch nach der ersten Halbzeit stand es 0:0. Kaum zu glauben, aber wahr.

Labbadia war auf dem Weg in die Kabine anzusehen, wie wütend ihn die Vorstellung seiner Mannschaft gemacht hatte. Die Lippen waren nur noch schmale Striche, die Augen funkelten. Doch leider reichte dem Trainer die Pause nicht aus, um seine Spieler anzustecken.

Im Gegenteil, es wurde zunächst sogar noch schlimmer: Nachdem Werner (47.) sowie Kevin Großkreutz und Lukas Rupp (48.) vollkommen frei gescheitert waren, erzwang Didavi den überfälligen Führungstreffer. Seinen Kopfball lenkten René Adler und Aaron Hunt ins Hamburger Tor ab (66.).

Dann wurde es komplett verrückt, denn wie aus dem Nichts kam der HSV zum Ausgleich – weil der Joker stach. Nach Flanke von Matthias Ostrzolek sorgte Artjoms Rudnevs mit seinem Flugkopfball für einen Hoffnungsschimmer (75.).

Ein Punktgewinn wäre nach diesem Spielverlauf ein Fußball-Wunder gewesen, doch zwei Minuten vor Schluss schlugen Stuttgarts Joker zurück: Alexandru Maxim sah Artem Kravets, der Adler ebenfalls mit dem Kopf überwand – das verdiente 2:1 für den VfB.

Auf eine stabile und ruhige Serie hatten sie beim HSV gehofft. Die Realität aber sieht anders aus: Trainer Labbadia und sein Team stehen plötzlich wieder gewaltig unter Druck, im folgenden Heimspiel-Doppelpack gegen Köln und Gladbach müssen Punkte her. Sonst wird es erneut ein harter Kampf gegen den Abstieg – und davon haben doch Verantwortliche, Profis und Fans des HSV nach zwei Jahren Dauerangst um die sportliche Existent längst genug.

Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen!