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HSV-Song vom Radio-Hamburg-Moderator Jetzt spricht Horst: „Morddrohungen gehen zu weit”

Horst moderiert für Radio Hamburg, hinter ihm steht ein Personenschützer.

Horst moderiert für Radio Hamburg, hinter ihm steht ein Personenschützer.

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Patrick Sun Lizenz

Riesen-Krach um Radio Hamburg! Die Fans des HSV laufen Sturm, weil der Sender Lotto King Karls Vereinshymne umdichtete. Am Donnerstagvormittag sprach die MOPO mit Moderator Horst, dem Schöpfer des Liedes, in dem der HSV als Zweitligist besungen wird und die Einwohner Aues („Wenn Du aus Aue kommst, sind Deine Eltern wohl Geschwister“) diffamiert werden.

„Mit Beschwerden hatte ich gerechnet, aber nicht mit üblen Beschimpfungen und sogar Morddrohungen“, sagt Horst. „Das geht deutlich zu weit.“ Der Moderator steht rund um die Uhr unter Personenschutz.

Im Internet wurde ein Protestauflauf im Rahmen des traditionellen Radio-Hamburg-Osterhit-Marathons angekündigt. Doch zu fast allen Inhalten des Liedes steht der 34-Jährige, der St. Pauli-Fan ist, aber hofft, dass der HSV die Klasse hält: „Häme ist erlaubt, bei den HSV-Fans muss ich mich nicht entschuldigen.“ Anders verhält es sich mit der Aue-Zeile. Horst: „Ich habe mich bei den Fans und Einwohnern von Aue entschuldigt und die Passage umgeschrieben.“

Am Donnerstag klang die neue erste Liedzeile dann so: „Wenn du aus Aue kommst, geh doch im Erzgebirge wandern.“ Auf MOPO-Nachfrage hieß es beim FC Erzgebirge Aue nur: „Wir kennen das Lied, äußern uns dazu aber nicht.“

Während die Verantwortlichen des HSV die öffentliche Unruhe eher mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen, hat Stadionsprecher Lotto King Karl (siehe unten) weiterhin einen dicken Hals. Sein Anwalt Jens Michow (Kanzlei Michow & Partner) erklärt: „Es geht um den Vorwurf der Entstellung eines Textes, um unerlaubte Bearbeitung und die Verletzung von Persönlichkeitsrechten des Künstlers.“ Die Folge: Schon am Donenrstagabend sollte Radio Hamburg eine Unterlassungserklärung ins Haus flattern. Stimmt der Sender nicht zu (und nimmt den Song nicht aus dem Programm) wollen Lottos Anwälte per einstweiliger Verfügung das Treiben kurzfristig beenden.

Was genau denn eigentlich passiert?

Es soll eigentlich alles witzig sein, ging aber voll nach hinten los. Seit Dienstagabend läuft auf Radio Hamburg eine veränderte Version des Lotto-Schlagers „Hamburg, meine Perle“ – in Anlehnung an einen Abstieg des HSV in die Zweite Liga. Die böse Folge: Hunderte Beschwerdemails, Boykottaufrufe, Drohungen an Moderator Horst aus der Morningshow und ein total verärgerter Lotto King Karl. Der Stadionsprecher und Sänger übergab die Angelegenheit bereits an seinen Anwalt.

Was für ein Ärger! Und das alles, weil Horst die HSV-Hymne entweihte. So wählt er für seinen umgedichteten Text Zweitligastädte, schießt dabei aber weit übers Ziel hinaus. Beispiel: „Wenn Du aus Aue kommst, sind Deine Eltern wohl Geschwister; wenn Du aus Dresden kommst, verstehen wir kein Wort von Deinem Lied.“ Da hört dann für Viele der Spaß auf – aus Aue ist sogar eine Morddrohung im Sender eingegangen!

Ein Ulk also, der längst Ernst geworden ist. Auch Lotto King Karl findet’s gar nicht lustig, sagt: „Ich bin einer der Urheber des Songs, man hätte von mir die Genehmigung einholen müssen.“ Sein Anwalt Jens Michow wird wohl schon heute eine Unterlassungserklärung an die Radiomacher senden, sagt: „Es könnte sogar auf Schadensersatzansprüche hinauslaufen.“


Bei Radio Hamburg sind sie ob des Wirbels baff. „Das Video soll keine Demütigung oder Verarsche sein“, erklärte John Ment via Facebook. „Es soll vielmehr als Ansporn dienen, als Motivation.“ Tausende HSV-Fans sehen das komplett anders.

Auch Horst meldete sich bereits am Mittwochabend via Facebook: „Erst mal vielen Dank für die vielen postiven Kommentare und Mails zu meiner kleinen lustig gemeinten Zweitligaversion von 'Hamburg meine Perle'. Die meisten scheinen den Gag verstanden zu haben (ja auch HSV Fans)... Einige meinen aber, weiterhin mich bedrohen zu müssen, so dass ich sogar Personenschutz brauche und wir Anzeige erstattet haben. Auch wenn wir unsere Sendung nicht von gewaltbereiten Fanatikern bestimmen lassen wollen, werde ich die die Zeile mit 'Aue' morgen umschreiben, da diese ja vielen sauer aufgestoßen ist.“