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Ex-HSV-Profi Demel: Hier spricht der Bayern-Schreck

Ein Kerl wie ein Baum! Guy Demel hat sich die Kugel geschnappt, Bayerns Franck Ribéry liegt ihm zu Füßen.

Ein Kerl wie ein Baum! Guy Demel hat sich die Kugel geschnappt, Bayerns Franck Ribéry liegt ihm zu Füßen.

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Imago

Wenn einer weiß, wie es geht, dann er! Guy Demel ist der größte Bayern-Schreck aller Zeiten, düpierte die Münchner als Profi in Dortmund und Hamburg nach Belieben. Nun ist der Rat des Experten gefragt: Wie kann der HSV am Samstag bei den Bayern bestehen? Die MOPO fragte bei dem 32-jährigen Ivorer nach, der aktuell für West Ham United kickt.

MOPO: Wissen Sie eigentlich, wer in den Duellen gegen den FC Bayern der erfolgreichste Bundesliga-Profi aller Zeiten ist?

Guy Demel: Das bin wohl ich, oder?

Richtig! In elf Spielen siegten Sie sieben Mal, verloren nur ein einziges Duell. Wie kann man so etwas schaffen?

Ich hatte auch viel Glück, dass ich in wirklich guten Mannschaften gespielt habe. Als ich in Dortmund unter Vertrag stand, waren wir sehr stark. Und auch beim HSV hatten wir eine hohe Qualität in der Mannschaft.

Mit dem HSV blieben Sie zwischen 2006 und 2010 satte 1191 Tage gegen die Bayern ungeschlagen. Gab es ein Erfolgsrezept?

Ja. Wir hatten zwar Respekt vor Bayern – aber nicht mehr, als vor jedem anderen Gegner auch. Wir haben die Spiele dann meistens kontrolliert. Das ist wichtig – du musst gegen Bayern einen Plan haben! Wenn du sie machen lässt und dich nach ihnen richtest, spielen sie dich an die Wand. Aber unser Selbstvertrauen war riesig. Wir hatten eine tolle Truppe, mit Typen wie de Jong, Guerrero, van der Vaart.

Welcher war Ihr schönster Sieg gegen den FC Bayern?
Im März 2006, das 2:1 in München. Nicht nur, weil ich das 1:0 gemacht habe. Es war einfach ein fantastisches Spiel, dazu unglaublich kalt, es hat geschneit. Dann macht Nigel de Jong kurz vor Schluss das 2:1 und wir haben gefeiert. Traumhaft!

Ist so etwas heute noch denkbar?

Ehrlich gesagt: nein! Bayern ist noch stärker als früher. Und der HSV leider nicht mehr so stark. Wir haben es verpasst, damals die zweite Kraft hinter Bayern zu werden, dabei war das Potenzial da. Leider wurden viel zu oft gute Spieler verkauft und wir mussten uns neu finden. Nun steht Dortmund da, wo der HSV stehen sollte. Das macht mich traurig.

Dafür ist mit Bert van Marwijk der Trainer beim HSV, der Sie zum Bundesligaspieler machte.

Richtig. Ein toller Trainer, ein richtiger Fußball-Philosoph! Es ist gut, dass er beim HSV ist, denn er hat klare Vorstellungen und setzt sie konsequent um. Das tut dem Verein sicher gut.

Sie hingegen haben Ihr Glück in England gefunden.

Es bringt riesigen Spaß hier, obwohl die Ergebnisse mit West Ham in dieser Saison noch nicht ganz so berauschend waren. Aber ich genieße diese Liga – und jedes Jahr, das ich auf diesem Niveau noch spielen darf.

Warum sind Sie aus dem Nationalteam zurückgetreten? Lockt die WM in Brasilien nicht?

Ich habe das vor zwei Jahren gemacht, weil die Belastungen so groß waren. Der HSV und das Nationalteam, das war zu viel. Nun aber versucht der Trainer, mich zu überreden, wieder für die Elfenbeinküste zu spielen. Wenn meine Leistungen bis zum Ende der Saison stimmen und die Tür für mich offen bleibt – warum sollte ich das nicht machen? Eine WM in Brasilien zu spielen, das ist doch fantastisch.