Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?

Ja Nein
Aktuelle Nachrichten aus Hamburg, der Welt, zum HSV und der Welt der Promis.

Bei Bayern-Spiel: Polizei-Einsatz im HSV-Fanblock: Wer hat Schuld?

Was hat das mit Fußball zu tun? In der Halbzeit eskalierte im Stadion die Gewalt.

Was hat das mit Fußball zu tun? In der Halbzeit eskalierte im Stadion die Gewalt.

Foto:

Fishing4

Und wieder reichlich Ärger im Volkspark. Schon vor zwei Wochen knallte es gehörig, auch diesmal eskalierte die Gewalt: Insgesamt 70 HSV-Fans wurden in Gewahrsam genommen.

Es sind Szenen, die man sich in keinem Stadion der Welt wünscht. Beamte mit Schlagstöcken und Pfefferspray, ihnen gegenüber Fans, die Eisengitter werfen und mit Stangen um sich schlagen. Die ganz hässliche Fratze des Fußballs. Und der HSV hat ein Problem: Die Gewalt rund um seine Spiele in der Bundesliga nimmt zu!

Schuld sind, na klar, immer die anderen. So sehen es beide Parteien. Tatsächlich wurden auf beiden Seiten eklatante Fehler begangen.

Etwa 150 HSV-Fans suchten schon weit vor der Partie am S-Bahnhof Eidelstedt die Eskalation mit Münchnern, wurden daran aber gehindert. An der Ottensener Straße, in der Nähe des Stadions, bauten sie daraufhin Barrikaden, bewarfen Beamte mit Flaschen.

Weiter ging es im Stadion. In den Blöcken der Ultras „Chosen Few“ (Block 22C) und „Poptown“ (25A) prangten Transparente mit der Aufschrift „A.C.A.B.“ – die Abkürzung für „All Cops are Bastards“. Weil Ordner in der Halbzeitpause vergeblich versuchten, in Block 25A einzuschreiten, marschierte eine Hundertschaft Polizisten vor den Block – und provozierte damit die „Fans“. In beiden Blöcken kam es daraufhin zu heftigen Ausschreitungen. „Ein Banner als Grund zu nehmen, in einem vollen Stadion einen Block unter dem Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken zu stürmen, ist vollkommen inakzeptabel“, heißt es in einer Reaktion der HSV-Supporters-Leitung.

Verständlich. Aber eben nur eine von mehreren Ansichten. Denn beim HSV sieht man das alles etwas anders. Nach MOPO-Recherchen versuchten Mitglieder der Fanbetreuung schon in der Pause deeskalierend auf Teile der Anhängerschaft einzuwirken – und wurden dafür vehement beschimpft. Von blankem Hass ist die Rede. Und davon, dass die Rowdys geradezu auf eine Provokation der Polizei warteten, um ihrer Lust auf Gewalt freien Lauf lassen zu können.

Auch nach dem Spiel gab es reichlich Ärger, als Fans der Bayern sich mit St. Pauli-Anhängern verbündeten und über den Kiez zogen. 162 Personen wurden daraufhin in Gewahrsam genommen.