Das Grauen geht weiter - zumindest was die Punktausbeute angeht. Gegen Kaiserslautern holte der HSV am Sonntag nur ein 1:1 (0:1). Ein Punkt, der eigentlich zu wenig ist, auch wenn Slobodan Rajkovic schon früh mit Rot vom Platz flog.
Die Sehnsucht war groß. Den ersten Heimsieg seit über sieben Monaten (19. März, 6:2 gegen Köln) sollte es für die Fans und die Mannschaft geben. Der HSV spielte in den ersten Minuten ordentlich mit, nur der letzte Pass wollte nicht gelingen. Nach 22 Minuten musste Coach Thorsten Fink dann sein taktisches Konzept komplett über den Haufen schmeißen. Serben-Rambo Rajkovic streckte mit dem Ellenbogen Gegenspieler Tiffert nieder. Für den Hamburger gab es direkt Rot, der Lauterer musste über dem linken Auge genäht werden, konnte aber nach sieben Minuten weitermachen.
Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir spielen jetzt offensiver und haben Chancen. Auch in Unterzahl haben wir das Spiel kontrolliert. Schade, dass es nicht gereicht hat.
Nach dem 0:1 haben wir sehr gut gespielt und in Unterzahl gedrückt. Wären wir nicht in Rückstand geraten, hätten wir das Spiel auch zu zehnt gewonnen.
Wir mussten extrem viel investieren. Hätte Paulos erstes Tor gezählt, dann hätten wir noch mehr Zeit gehabt vielleicht noch das zweite zu schießen
Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft. Durch die rote Karte verlieren wir am Ende zwei Punkte. Sonst gewinnen wir zu 100 Prozent. Das Foul war auf jeden Fall nicht gerade clever. Vielleicht läuft es zurzeit für uns einfach auswärts besser.
Großes Kompliment an die Spieler. Nach dem 0:1 waren wir geschockt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann eine gute Mentalität gezeigt und alles gegeben und mehr Chancen gehabt. Ich bin sehr stolz auf die Jungs.
Ich hätte es der Mannschaft gegönnt. Sie hätte es verdient gehabt, zu siegen aber darum hat man uns jetzt gebracht.
Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das war kein Handspiel und auch kein klares Rot. Es war für den Schiedsrichter schwierig. Er hat sich vom Blut beeinflussen lassen.
Fink zog Westermann zurück in die Innenverteidigung, Rincon musste rechts aushelfen. Das sah nicht gut aus, funktionierte aber. Der richtige Rückschlag folgte erst mit der Einwechslung von Diekmeier für Berg (37.). Aogo rutschte bei einer Flanke Sahan aus, Diekmeier ließ auf der rechten Seite Fortunis zu viel Platz. Er legte für de Witt ab, der von der Strafraumgrenze trocken zum 0:1 abzog.
Der HSV lag mal wieder hinten – doch er fiel nicht um. Auch mit einem Mann weniger übernahmen die Hamburger immer mehr die Kontrolle und drückten nach vorne. Jansen zog knapp am Tor vorbei (57.). Eine Minute später lag der Ball im Netz der Gäste, doch Schiri Schmidt pfiff Handspiel gegen Guerrero, der den Ball im Zweikampf mit Bugera falsch angenommen haben soll. Wieder tobte die Bank der Hamburger. Erneut Guerrero sorgte für zumindest ein bisschen Ruhe. Nach Pass von Töre nickte er für sein erstes Saisontor zum 1:1-Ausgleich (65.) ein.
Von den Gästen kam nichts mehr. Der HSV drängte auf die Führung. Doch dafür reichte die Zeit nicht. Für Fink ging es trotzdem erhobenen Hauptes vom Platz. „Wir haben viel Moral und eine riesen Energieleistung gezeigt. Genau das braucht man im Abstiegskampf. Die Mannschaft lebt, das hat man gesehen. Auch wenn es nur langsam in der Tabelle nach oben geht.“
Am Sonnabend (18.30 Uhr) geht es auswärts in Leverkusen weiter. Das nächste Heimspiel steigt erst nach der Länderspielpause am 20. November gegen Hoffenheim. Zumindest bis dahin geht die Horrorserie des HSV weiter. Seit acht Monaten wartet man dann schon in Hamburg auf einen Heimsieg.
Schock zum Ende des Abschlusstrainings. Zhi Gin Lahm musste die Einheit abbrechen. Mit dick verpacktem linkem Knie ging es auf dem Golfwagen in die Kabine. Dort folgte schnell Entwarnung. Der Deutsch-Chinese gehörte am Sonntag gegen Lautern zum Kader und kam am Ende sogar zum Einsatz.
HSV-Fans aufgepasst. Am Montagabend (ab 21 Uhr) läuft bei Tide eine weitere Sendung von Supporters-TV. Im Mittelpunkt der Sendung soll der neue HSV-Trainer Thorsten Fink stehen.
Otto Waalkes und Hoffenheim-Trainer Holger Stanislawski schauten am Sonntag in der Arena vorbei.
Gökhan Töre lief mit Trauerflor auf und zeigte damit seine Verbundenheit zu den Erdbebenopfer in der Türkei.
Am Montag geht es um 10 Uhr zum Auslaufen an die Arena.