Als Schiedsrichter Günter Perl zum letzten Mal an diesem Tag in seine Pfeife blies, lag etwas Besonderes in der Luft. Es war kein normaler Siegesjubel. Erleichterung, Anerkennung und sogar Begeisterung schwangen nach dem 2:1 (1:1) des HSV gegen Hoffenheim mit. Und keiner genoss die Ovationen der 54.162 Fans so intensiv wie Mladen Petric.
Mit seinem quietschvergnügten Töchterchen Melina Charlize (2) auf dem Arm holte sich der „Magier“ den Applaus der Fans ab. Ehre wem Ehre gebührt. Der HSV ist wieder da – und Petric küsste ihn wach.
In Frankfurt (2:5 im Pokal) hatte Petric doppelt getroffen, auch vor Wochenfrist in Köln (2:3) war er erfolgreich. Diesmal bereitete er das 1:1 vor, traf dann sieben Minuten vor dem Ende per Kopf zum Sieg. „Ich bin zufrieden, es läuft super für mich“, erklärte der Kroate. „Aber vor allem bin ich glücklich, dass wir als Mannschaft endlich einen Dreier geholt haben.“
Man sollte sich bei diesem verrückten HSV hüten, Prognosen aufzustellen. Doch Petric’ Worte spiegelten sich am Sonnabend im Auftreten des gesamten Teams wider. Jeder kämpfte für jeden – bedingungslos. Der HSV gewann, weil er all die Leidenschaft an den Tag legte, die so oft schon vermisst wurde. Ist da möglicherweise ein neuer Geist entstanden?
Es war ein steiniger Weg, das machte diesen Sieg so wertvoll. Pitroipas Einsteigen gegen Ba bestrafte Perl schon nach sechs Minuten mit einem Strafstoß – Salihovic verwandelte sicher. „Das war dann schwer für uns“, urteilte David Jarolim, „denn es war ja klar, dass wir Druck hatten.“ Doch nachdem Guerrero (18./22.) noch knapp scheiterte, kam der verunsicherte HSV mit dem Pausenpfiff zum Ausgleich: Demels Flankenball legte Petric in die Mitte, Westermann staubte zum 1:1 ab.
Was dann im zweiten Durchgang folgte, begeisterte nicht nur die Fans. Auch Armin Veh war des Lobes voll: „Wenn wir mit dieser Leidenschaft spielen, ist einiges möglich. Die Mannschaft hat gezeigt, wozu sie dann fähig ist.“ Hoffenheim erfuhr es. Der HSV drückte, fightete, hatte bei Ba’s Lattentreffer (55.) Glück, war aber durch Guerrero (62.), Pitroipa (72.) und Son (78.) mehrfach nah am 2:1.
Und er belohnte sich: Petric wuchtete Zé Robertos Flanke in die Maschen und ließ die Fans jubeln, wie seit Wochen nicht mehr. Ein Erfolg, den sich der HSV redlich verdiente. Und plötzlich ist er wieder mittendrin im Spitzenkampf.
Am Freitag gilt es in Dortmund, den nächsten Schritt zu sehen. „Aber wenn man Hoffenheim schlägt, muss man auch davor keine Angst haben“, resümierte Jarolim. Auch beim BVB sind Herz, Gier und Leidenschaft gefragt. „Nur so geht es“, erklärte Veh. „Das müssen wir konstant zeigen.“ Und am Ende kommt immer der „Magier“ um die Ecke und trifft. Zumindest derzeit.
| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
| 1 | Bayern München | 98:18 | 91 | ||
| 2 | Borussia Dortmund | 81:42 | 66 | ||
| 3 | Bayer Leverkusen | 65:39 | 65 | ||
| 4 | FC Schalke 04 | 58:50 | 55 | ||
| 5 | SC Freiburg | 45:40 | 51 | ||
| 6 | Eintracht Frankfurt | 49:46 | 51 | ||
| 7 | Hamburger SV | 42:53 | 48 | ||
| 8 | B. Mönchengladbach | 45:49 | 47 | ||
| 9 | Hannover 96 | 60:62 | 45 | ||
| 10 | 1. FC Nürnberg | 39:47 | 44 | ||
| 11 | VfL Wolfsburg | 47:52 | 43 | ||
| 12 | VfB Stuttgart | 37:55 | 43 | ||
| 13 | 1. FSV Mainz 05 | 42:44 | 42 | ||
| 14 | Werder Bremen | 50:66 | 34 | ||
| 15 | FC Augsburg | 33:51 | 33 | ||
| 16 | 1899 Hoffenheim | 42:67 | 31 | ||
| 17 | Fortuna Düsseldorf | 39:57 | 30 | ||
| 18 | SpVgg Greuther Fürth | 26:60 | 21 | ||
Mladen Petric hat für den HSV bislang 31 Bundesliga-Tore erzielt. Das reicht noch nicht für die Top 20 aller Zeiten. Wer's geschafft hat, lesen Sie hier.
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