HSV - Augsburg 1:1

Enttäuschung statt Europa

Von Simon Braasch
Auch Torschütze Paolo Guerrero war enttäuscht. Immer wieder scheiterten die Hamburger aus aussichtsreicher Position gegen Augsburg.
Auch Torschütze Paolo Guerrero war enttäuscht. Immer wieder scheiterten die Hamburger aus aussichtsreicher Position gegen Augsburg.
Foto: Witters

Es war alles angerichtet für einen richtig schönen Nachmittag. 21 Zähler hätte der HSV auf seinem Konto haben können, ganze fünf Punkte wären es zu den Europa-League-Rängen gewesen. Das Problem: Der HSV erfüllte seine Pflichtaufgabe nicht – und patzte daheim beim 1:1 (0:0) gegen Augsburg.

Pfiffe zum Abpfiff, das gab es im Volkspark lange nicht mehr. Chancen noch und nöcher vergab der HSV gegen den Aufsteiger, „neun oder zehn hundertprozentige“, wie Kapitän Heiko Westermann befand. Und doch kehrte Ernüchterung ein. Mit einem Sieg hätte der Traum von Europa langsam und sanft beginnen können. Die graue Realität: Der HSV muss weiterhin aufpassen, was in der Tabelle hinter ihm passiert, könnte am Abend gar nur noch einen Punkt von Relegationsplatz 16 entfernt sein.

Ein eigenartiger Nachmittag mit merkwürdigem Beigeschmack. Wie war dieser Auftritt nur einzuordnen, daran schieden sich die Geister. „Ich bin zufrieden mit der Leistung“, erklärte Trainer Thorsten Fink, „das Einzige, was ich kritisiere, ist die Chancenverwertung.“ Zurecht, denn die war ausschlaggebend. Aber man muss vom HSV nicht einfach erwarten, dass er solch einen Gegner besiegt? Egal wie?

Eine von vielen HSV-Chancen. Mladen Petric versucht es mit einem Seitfallzieher.
Eine von vielen HSV-Chancen. Mladen Petric versucht es mit einem Seitfallzieher.
Foto: Bongarts/Getty Images

„Wir hätten das schon in der ersten Hälfte regeln müssen“, befand Westermann. Ilicevic (7.), Petric (per Fallrückzieher/15.), Guerrero (29.) Kacar (43.) sowie erneut Petric und llicevic per Doppelchance (45.) hätten treffen können, wenn nicht müssen. Stattdessen ging der Schuss voll nach hinten los. Augsburg, dass wie ein Zweitligist auftrat, der sich zufällig in die erste Liga verirrt hat, kam durch Mölders’ Drehschuss aus dem Nichts zur Führung (63.). Schockstarre im Volkspark. Das hatten sich die 48.143 Fans anders vorgestellt.

Es spricht für den HSV, dass er zügig zurückkam – und zum neunten Mal in Folge in der Bundesliga ungeschlagen blieb. Guerreros Kopfball nach Aogos Freistoß senkte sich ins lange Eck (66.) – das 1:1 und zumindest ein Zähler. Der Peruaner hätte gar noch zum Helden werden können, köpfte aber zunächst vorbei (82.), fand dann im starken FCA-Keeper Amsif seinen Meister (90.+1). „Am Ende muss man froh sein, dass es zumindest ein Punkt geworden ist“, bilanzierte Dennis Aogo. Zumal Baier für Augsburg aussichtsreich vergab (72.).

So sind es 19 anstatt der erhofften 21 Punkte, mit denen der HSV in die Winterpause geht. Mehr, als vor Wochen zu erwarten war – aber dann eben doch weniger, als für höhere Ziele nötig wären. Es bleibt eine komplizierte Saison für den HSV. Ein Pokalerfolg am Mittwoch in Stuttgart könnte dennoch für richtig ausgelassene Stimmung unterm Weihnachtsbaum sorgen.     

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Stimmen zum Spiel gegen Augsburg

Dennis Aogo

"Wir hatten viele Chancen, mussten schon in der ersten Hälfte in Führung gehen – und dann fällt aus dem Nichts das 0:1. Am Ende musst du froh sein, dass du so ein Spiel nicht verlierst. Augsburg spielt eine Manndeckung, die laufen dir quer über den Platz hinterher – sowas habe ich lange nicht mehr erlebt. Aber der Punkt gibt ihren Mitteln recht."

Kurzpässe

Gebrochen

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Datum:  17.12.2011
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