Marcell Jansen (vorne) ist bedient, während Hannover 96 um Torschütze Jan Schlaudraff den Ausgleich feiert. Foto: Bongarts/Getty Images
Sie waren so nah dran – doch dann zerstörte ein Geniestreich von Jan Schlaudraff alle HSV-Träume vom Auswärtssieg. 1:1 (0:0) in Hannover. Aber erneut eine Erkenntnis, die Mut macht: Der Pfeil der Hamburger zeigt weiter nach oben.
Schon bitter. Knapp 80 Minuten lang bot der HSV seine wohl beste Saisonleistung, am Ende aber stand doch nur ein Zähler zu Buche. Trainer Thorsten Fink lobte dennoch zurecht: „Die Ausstrahlung, die meine Mannschaft hier gezeigt hat, war der eines HSV absolut würdig!“
Voraus gegangen waren absolut packende 90 Minuten. Man kennt sich im Norden, entsprechend kurz fiel das Abtasten aus. Guerrero (2.) und Son (3.) zielten schon in der Anfangsphase knapp vorbei. Hamburg krönte seinen Startschwung nicht – das hätte sich gerächt, wäre Drobny nicht abermals in blendender Verfassung gewesen. Der Keeper klärte gegen den freistehenden Schlaudraff (14./36.), entschärfte Abdellaoues Geschoss (17.) und kratzte Hagguis Kopfball großartig von der Linie (20.).
Drobny bärenstark, der HSV sehr gefällig – nur vorn hakte es. Son (29.), Guerrero (32.) und Kacar (35.) vergaben weitere Hochprozentige. Satte zwölf Torschüsse verzeichnete Finks Team vor dem Seitenwechsel – Saisonrekord!
Knapp 10000 HSV-Anhänger unterstützten ihr Team in Hannover. Nicht ohne Folgen für den HSV. Zu Beginn des Spiels und in der Halbzeitpause wurden bengalische Feuer und eine Rauchbombe im HSV-Block gezündet. Da wird der Verein in den nächsten Tagen mal wieder zur Kasse gebeten werden. Foto: dpa
Knapp 10000 HSV-Anhänger unterstützten ihr Team in Hannover. Nicht ohne Folgen für den HSV. Zu Beginn des Spiels und in der Halbzeitpause wurden bengalische Feuer und eine Rauchbombe im HSV-Block gezündet. Da wird der Verein in den nächsten Tagen mal wieder zur Kasse gebeten werden. Foto: dpa
Was fehlte, war das Salz in der Suppe – ein Treffer! Den verdiente sich der HSV in Hälfte zwei, weil er nach Drobnys Parade gegen Stoppelkamp (56.) immer eindeutiger das Kommando übernahm – gegen ein Team, dass zuhause eine Macht ist, in dieser Saison schon Dortmund und die Bayern besiegte. Nach 64 Minuten strichen Finks Jungs dann den Lohn ihrer Mühen ein. Töres Ecke fand Brumas Fußspitze, der HSV führte (64.)!
Es hätte noch besser kommen können. Zwei Minuten später segelte der nächste Töre-Eckstoß in den Strafraum, doch Westermann konnte Zieler per Kopf nicht überwinden. Auch Töre fand in Hannovers Keeper seinen Meister (77.).
So aber muss sich der HSV den Vorwurf gefallen lassen, dass er 96 im Spiel hielt. Und den „Roten“ reichte ein Geistesblitz, um doch noch einen Punkt im eigenen Haus zu behalten: Nach Pintos Ecke an den Strafraumrand jagte Schlaudraff die Kugel aus 18 Metern gnadenlos genial ins linke Eck. Ein Traumtor, das das Remis besiegelte (79.). Und für Katzenjammer auf HSV-Seite sorgte.
„Ich ärgere mich maßlos, dass wir zwei Punkte verloren haben“, schimpfte Kapitän Heiko Westermann. „Wenn man ein Spiel so dominiert, dann muss man den Sack einfach zumachen. Aber man hat auch gesehen, dass das spielerisch ein weiterer Schritt nach vorn war.“
In der Tat: Seit sechs Spielen ist der HSV mittlerweile ungeschlagen, das Gesicht ist längst ein anderes, als in den ersten Saisonwochen. Fehlt noch der absolute Killerinstinkt, um in der Liga ein gutes Stück nach oben durchzurauschen.
Knapp 10000 HSV-Anhänger unterstützten ihr Team in Hannover. Nicht ohne Folgen für den HSV. Zu Beginn des Spiels und in der Halbzeitpause wurden bengalische Feuer und eine Rauchbombe im HSV-Block gezündet. Da wird der Verein in den nächsten Tagen mal wieder zur Kasse gebeten werden.
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Dennis Diekmeier (r.) versucht vor Christian Pander an den Ball zu kommen.
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Ein enttäuschter Paolo Guerrero.
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Gojko Kacar stellt sich Hannovers Sergio Pinto in den Weg.
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Enge Zweikampfführung zwischen Sergio Pinto (l.) und Gojko Kacar (r.).
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Gökhan Töre schirmt den Ball gegen Manuel Schmiedebach ab.
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Gökhan Töre behauptet den Ball gegen Hannovers Christian Schulz.
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Gojko Kacar geht mit vollem Risiko in den Zweikampf mit Moritz Stoppelkamp.
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Karim Haggui setzt sich gegen Heiko Westermann (l.) und Jeffrey Bruma (r.) durch.
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Jaroslav Drobny begräbt den Ball unter sich. Der Keeper zeigte eine starke Leistung. Beim Gegentor war er machtlos, ansonsten hielt er ausgezeichnet.
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Knapp 10000 HSV-Anhänger unterstützten ihr Team in Hannover. Nicht ohne Folgen für den HSV. Zu Beginn des Spiels und in der Halbzeitpause wurden bengalische Feuer und eine Rauchbombe im HSV-Block gezündet. Da wird der Verein in den nächsten Tagen mal wieder zur Kasse gebeten werden.
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Heiko Westermann und Mohammede Abdellaoue im Laufduell.
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Den Ball im Blick: Mohammed Abdellaoue (l.) und Jeffrey Bruma (r.)
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Heiko Westermann (l.) steigt gegen Steven Cherundolo und 96-Torwart Ron-Robert Zieler hoch.
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Es wurde gezerrt und gezogen. Hier lässt Hannovers Karim Haggui HSV-Innenverteidiger Jeffrey Bruma keinen Meter weichen.
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Tomás Rincón versucht sich den Ball von Manuel Schmiedebach zu erkämpfen.
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Voller Einsatz bei Marcell Jansen.
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Jeffrey Bruma richtet nach seinem 1:0 den Blick gen Himmel.
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Jeffrey Bruma schreit seine Freude nach seinem Treffer hinaus!
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Die HSV-Jubeltraube nach dem 1:0 Führungstreffer.
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HSV-Trainer Thorsten Fink freut sich mit seinen Spielern über das 1:0.
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Tomás Rincòn lässt Hannovers Sergio Pinto stehen.
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Dennis Aogo feiert mit Jeffrey Bruma das 1:0 für den HSV.
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Hannover 96 bejubelt das 1:1.
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Marcell Jansen (vorne) ist bedient, während Hannover 96 um Torschütze Jan Schlaudraff den Ausgleich feiert.
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Fassungslosigkeit nach dem Gegentor bei Heiko Westermann, Jaroslav Drobny und Gojko Kacar.
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Jeffrey Bruma dreht nach seinem Treffer jubelnd ab.
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Unzufriedenheit nach Abpfiff bei den HSV-Spielern. Hier Tomás Rincón (l.) und Dennis Aogo (r.).
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Jaroslav Drobny bedankt sich bei den mitgereisten Fans. Der HSV-Torhüter parierte wie stark und hielt lange Zeit die Null fest.
Schlaudraff (gleich doppelt), Abdellaoue (hier im Bild), Haggui, später auch noch Pander – sie alle scheiterten am (fast) unbezwingbaren HSV-Schlussmann.
Foto: Bongarts/Getty Images
So sehr Jaroslav Drobny zum Saisonstart auch patzte, so glänzend war Hamburgs Keeper in Hannover auf dem Posten.
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Auch Hannovers Trainer Mirko Slomka stattete Hamburgs Tor-Katze mit einem Sonderlob aus: „Gerade in der ersten Hälfte hatten wir drei sehr gute Chancen – die hat Drobny alle großartig gehalten.“
Foto: Bongarts/Getty Images
Für Drobnys Leistung gab's auch Lob von den Mitspielern. Hier beglückwünscht HSV-Kapitän Heiko Westermann seinen Schlussmann.
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Hier versucht der Hannoveraner Karim Haggui (r) sein Glück - vergeblich.
Foto: dpa
Am Ende reichte es doch nur für einen Punkt in Hannover, aber gegen Jan Schlaudraffs Traumtor aus 18 Metern war der HSV-Keeper dann doch machtlos.
Schreit seinen Ärger heraus: Jaroslav Drobny beim 1:1 gegen Hannover. Am HSV-Keeper lag's nicht, dass die Hamburger nur mit einem Punkt nach Hause fuhren. Er hielt großartig.
"Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden. Sie hat deutlich gezeigt, dass sie hier gewinnen wollte. Die Art und Weise, wie wir hier den Punkt geholt haben, war richtig gut anzusehen."
HSV-Sportchef Frank Arnesen
"Wir hätten das Spiel gewinnen müssen, sind alle über das Ergebnis enttäuscht. Die Leistung aber stimmte. Bei 99 von 100 Versuchen findet man den Ball von Schlaudraff nicht wieder. Das war ein unglaublicher Schuss zum Ausgleich. Mit dieser Leistung brauchen wir auf jeden Fall vor keinem Gegner Angst zu haben. Der Blick geht weiter nur nach oben. Das Selbstvertrauen stimmt."
Dennis Aogo
"Wir sind nicht nach Hannover gefahren, um nur einen Punkt zu holen. Wir hätten das Spiel in der zweiten Halbzeit gewinnen müssen. Trotzdem war das wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn wir so weitermachen, sind wir nur ganz schwer zu schlagen."
Jeffrey Bruma:
"Ich freue mich über mein Tor. Aber wenn man bis zur 80. Minute so überlegen ist, muss man das Spiel einfach gewinnen. Zumindest haben wir gezeigt, dass wir uns immer weiter verbessern. Mein Blick geht immer nur nach oben!"
Paolo Guerrero
"Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, hatten sehr viele Chancen – es ist nur bitter, dass wir sie nicht genutzt haben. Ich kann gar nicht erklären, wieso wir dann plötzlich doch nur unentschieden spielen. Normalerweise müssen wir gewinnen."
Knapp 10.000 HSV-Anhänger unterstützten ihr Team in Hannover. Nicht ohne Folgen für den HSV. Zu Beginn des Spiels und in der Halbzeitpause wurden bengalische Feuer und eine Rauchbombe im HSV-Block gezündet. Da wird der Verein in den nächsten Tagen mal wieder zur Kasse gebeten.
Foul
Mit dem Auftritt in Hannover ist die Sperre von Slobodan Raijkovic (drei Spiele) abgelaufen. Am Sonntag gegen Nürnberg darf der Serbe wieder mitmischen.
Fan
Zweitligist 1860 München ist weiter heiß auf die Dienste von David Jarolim (darf im Winter wechseln). „Wir werden prüfen, ob es möglich ist“, erklärte Sportdirektor Florian Hinterberger am Wochende.
Fahrplan
Am Sonntag (10 Uhr) steht das nächste Training an der Imtech Arena auf dem Programm.