So langsam wird es unheimlich. Drittes Pflichtspiel der Saison – und der entscheidende Mann auf dem Platz war natürlich wieder Ruud van Nistelrooy. Neun Minuten vor Schluss köpfte der Superstar aus Holland den Ball zur Führung ins Tor. Am Ende hieß es vor 51.500 Zuschauern in der Commerzbank-Arena in Frankfurt 3:1 (0:1) für den HSV. Der Traumstart in die neue Saison ist nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen Schalke perfekt. Ruud sei Dank – wem auch sonst.
"Ruud ist zwar nicht mehr der Jüngste, aber er ist immer noch unglaublich ehrgeizig. Das hat er heute mal wieder gezeigt", freute sich HSV-Coach Armin Veh über den nächsten Sahne-Auftritt seines Ausnahme-Kickers. Sein Tor war schon allein das Eintrittsgeld wert. Nach Ecke Zé Roberto verlängerte Guerrero den Ball, van Nistelrooy lauerte in der Mitte, kam aber nur noch auf den Knien an die Kugel. Er vollstreckte trotzdem eiskalt. Einzigartig. Seine Erklärung: "Ich war da und habe einfach reagiert. Das ist mein Job. Ein schöner Moment für mich und die Mannschaft." Der Superstar hat wieder zugeschlagen. Nach seinem Doppelpack gegen Schalke erlegte er nun auch die Eintracht.
Dabei sah es lange Zeit gar nicht so gut aus. Bis auf eine Großchance von Pitroipa (23.) und ein paar Weitschüsse war im ersten Durchgang nicht viel vom HSV zu sehen. Die Frankfurter traten aggressiv auf, verteidigten geschickt und hatten das Glück auf ihrer Seite. Altintop fälschte einen Schuss von Ochs unhaltbar zum 0:1 (38.) ab. Ein bitterer Moment. Hamburg wackelte. Kurz vor der Pause hätte Meier nach Westermann-Patzer sogar das 0:2 machen müssen.
Die Wende folgte nach dem Wechsel. Während den Frankfurtern so langsam die Puste ausging, erhöhten die Hamburger den Druck. Mathijsen war es schließlich, der nach Zé-Roberto-Ecke zum Ausgleich traf (61.). Rost sorgte mit zwei starken Paraden gegen Caio und Amanatidis (71.) für Sicherheit. Für den Rest war van Nistelrooy verantwortlich. Guerreros Treffer zum 3:1 in der Schlussminute war die Zugabe.
"Natürlich ist das jetzt ein Traumstart", freute sich "Tor-König" van Nistelrooy, der in Zukunft aber noch mehr von seiner Mannschaft sehen will. "Alle, die heute auf dem Platz standen, können noch mehr leisten. Wir haben so viel Qualität und müssen das Spiel eigentlich viel früher entscheiden."