Erster Auswärtserfolg unter Fink

HSV-Zittersieg gegen die Angst

Von Simon Braasch & Frederik Ahrens
Paolo Guerrero, David Jarolim, Torschütze Marcell Jansen und Mladen Petric bejubeln gemeinsam den 1:0 Führungstreffer.
Paolo Guerrero, David Jarolim, Torschütze Marcell Jansen und Mladen Petric bejubeln gemeinsam den 1:0 Führungstreffer.
Foto: dapd

Die Angst war groß. Rund um den HSV fürchteten nach dem 1:5 gegen Dortmund viele einen fatalen Fehlstart ins Jahr 2012. Seit Sonnabend dürfen all jene ein wenig aufatmen.

Mit 2:1 (2:0) zitterten sich die Hamburger zum Sieg bei Hertha BSC.

Dass es nach den Toren von Marcell Jansen (24.) und Mladen Petric (45.+1) noch eine echte Bibberpartie vor 49.168 Zuschauern im Berliner Gefrierschrank Olympiastadion wurde, lag am Kopfballtreffer von Hertha-Stürmer Pierre-Michel Lasogga (81.) und der dann aufkommenden „Angst vorm Gewinnen“, wie Trainer Thorsten Fink es ausdrückte.

Von der aber war zunächst wenig bis nichts zu sehen. Gegen die extrem schwachen Hausherren dominierte der HSV das Spiel. „Dass diesmal nicht so viel von uns erwartet wurde, war gut für uns“, sagte Fink, der sich vor allem über eine ganz starke Defensivarbeit seiner Mannschaft freuen durfte, woran auch Startelf-Debütant Jacopo Sala und Startelf-Comebacker David Jarolim einen nicht unwesentlichen Anteil hatten. Ein Schüsschen von Tunay Torun (36.) war das einzige Hertha-Lebenszeichen, dass der HSV zuließ.

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Vorm Berliner Tor brannten die Hamburger zwar auch kein Chancen-Feuerwerk ab, zeigten sich dafür aber (den Temperaturen angemessen) eiskalt. Zwei Mal vernaschte Dennis Diekmeier Hertha-Oldie Levan Kobiashvili, bediente erst Jansen, dann Petric mustergültig. Das 2:0 zur Pause war hochverdient.

Paolo Guerrero (51./73.) und Dennis Aogo (54.) hätten der schlappen Hertha den K.o. verpassen können. Wie ein angeschlagener Boxer aber erholte sich dann der vom 0:3 verschonte Hauptstadt-Klub und brachte nach Lasoggas Anschlus den HSV mächtig ins Schwimmen. Berlins Shootingstar hatte sich in der Luft gegen Jeffrey Bruma durchgesetzt, hatte sogar den Ausgleich auf dem Fuß, verstolperte aber vor Jaroslav Drobny (83.). Erleichterung. „Hätten wir verloren, wäre Hertha vier Punkte vor uns gewesen“, wusste Marcell Jansen. „Das wäre brutal gewesen.“

Nun aber seien alle begeistert, berichtete Sportchef Frank Arnesen – und rechnete vor: „In der Hinrunde hatten wir nach sechs Spielen einen Punkt, jetzt haben wir nach zwei Spielen drei Punkte. Wir sind also schon im Plus.“ Und auch wenn nach dem Dortmund-Debakel damit nicht jeder rechnen durfte, gilt nun doch die Bitte, in den kommenden Partien dieses Plus noch ein bisschen dicker ausfallen zu lassen.   

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Kurzpässe

Freude

Wiedersehen macht Freude – das galt zumindest für den HSV. Im Sommer wechselten Tunay Torun und Änis Ben-Hatira nach Berlin, lieferten jetzt brav die Punkte ab. Torun spielte 45 Minuten lang, blieb wirkungslos. Ben-Hatira dufte gar nicht mitwirken.

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Datum:  28.1.2012
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