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5:0 gegen Nürnberg: Der HSV knallt den Frust weg

Pierre-Michel Lasogga jubelt nach seinem ersten von drei Treffern.
Pierre-Michel Lasogga jubelt nach seinem ersten von drei Treffern.
 Foto: WITTERS

Was für ein Spektakel! Der HSV, bislang die Schießbude der Bundesliga, hat innerhalb von 90 Minuten seine Fans für die bislang so dürftige Saison entschädigt. 5:0 (1:0) beim 1. FC Nürnberg, zugleich der erste Sieg unter dem neuen Trainer Bert van Marwijk. Auch weil Pierre-Michel Lasogga mit seinem Acht-Minuten-Hattrick Geschichte schrieb!

Er hat dann eben doch nicht immer recht, gut zu wissen. „Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeitpause gesagt, dass wir 2:0 oder 3:0 gewinnen können, wenn wir die unnötigen Ballverluste lassen“, erklärte van Marwijk nach dem Coup im Frankenland. War wohl nix. Die Profis schafften es sogar, ihren eigenen Trainer zu überraschen.

Ein Fest, dieser Kantersieg vor 38042 größtenteils entsetzten Fans. Und Lasogga, der aus Berlin gekommene Leihstürmer, ließ die Korken wie kein Zweiter knallen. Nachdem Rafael van der Vaart den HSV vor der Pause per Scherenschlag in Führung geschossen hatte (17.), brauchte Lasogga ganze acht Minuten, um zum Stürmer mit dem schnellsten Auswärts-Hattrick der Bundesliga-Historie und HSV-Geschichte zu werden.

Nicht zu fassen, was zwischen der 59. und 67. Minute passierte. Erst traf Hamburgs neue Sturmperle flach mit rechts ins linke Eck – das 2:0 (59.). Dann staubte er nach van der Vaarts Ecke ab – 3:0 (62.). Schon ziemlich gut, reichte ihm aber noch nicht: Lasoggas Distanzschuss prallte an den rechten Pfosten, von dort ins Netz – 4:0 (67.).

Ein Auftritt wie Donnerhall. Bitter nur, dass der HSV keine Kaufoption auf den 21-Jährigen besitzt. Wird mal Zeit, zum Telefon zu greifen und in Berlin anzurufen, oder? „Ach, was“, meint Sportchef Oliver Kreuzer. „Vor 2014 tut sich da gar nichts. Hertha will jetzt sicher noch nichts davon hören. Wir werden schon den richtigen Zeitpunkt finden.“

Lasogga überstrahlte den Erfolg, den Tolgay Arslan mit seinem 40-Meter-Schlenzer (nach dem Befreiungsschlag von FCN-Keeper Schäfer) und dem 5:0 abrundete (74.). Ein zu hoher Sieg, natürlich. „Aber dieses Spiel wird uns viel Vertrauen geben“, so van Marwijk. Schon paradox, dass der Niederländer gar nicht lange suchen musste, um das Haar in der Sieges-Suppe ausfindig zu machen. „Wir hatten zu viele Ballverluste in der ersten Hälfte“, monierte er. „Deshalb sage ich: Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben, denn wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.“

Aber ein gutes Stückchen weiter allemal. Der HSV blickt wieder nach oben und lässt seine Anhänger wieder hoffen – nach einem Nachmittag wie im Rausch.

Hier gibt's den Liveticker zum Nachlesen!

Stimmen zum Spiel:

Bert van Marwijk: „5:0 – das ist in der Bundesliga nicht an der Tagesordnung. Ich freue mich sehr für meine Mannschaft. Noch wichtiger ist mir aber, dass wir in der Defensive stabil waren und kaum Torchancen zugelassen haben. Darauf können wir jetzt aufbauen.“

Oliver Kreuzer: „Wir haben von Anfang an das Geschehen bestimmt, der Führungstreffer hat uns dann die nötige Sicherheit gegeben. Mit jedem Tor ist das Selbstvertrauen gewachsen – und dann haben wir gezeigt, was möglich ist.“

Pierre-Michel Lasogga: „Das war ein wundervoller Tag für uns als Mannschaft und natürlich auch für unsere Fans, die uns in dieser sehr schwierigen Situation sensationell unterstützt haben.“

Rafael van der Vaart: „Es ist ein herrliches Gefühl, Spiele zu gewinnen. Da macht es großen Spaß, das gemeinsam mit den Anhängern auszukosten. Wir haben vieles richtig gemacht, standen sehr kompakt in der Defensive und haben auch mutig nach vorn gespielt. Dafür sind wir belohnt worden. daran müssen wir im Heimspiel gegen Stuttgart unbedingt anknüpfen.“

Marcell Jansen: „Wir haben diesmal gut verteidigt, die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen und unsere Chancen vorn eiskalt genutzt. Einige werden vielleicht sagen, dass die Länderspielpause zum falschen Zeitpunkt kommt – aber ich freue mich, mit einem Erfolg zum DFB zu reisen.“

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