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1:0 gegen Hannover: Son rettet den HSV

Die Gratulantenschar: Gökhan Töre herzt Heung Min Son. Ivo Ilicevic, David Jarolim, Michael Mancienne und Tomás Rincón (v.l.) freuen sich über das 1:0.
Die Gratulantenschar: Gökhan Töre herzt Heung Min Son. Ivo Ilicevic, David Jarolim, Michael Mancienne und Tomás Rincón (v.l.) freuen sich über das 1:0.
 Foto: WITTERS

Aus diesem HSV muss mal einer schlau werden. Drei Tage nach dem 0:4-Desaster von Hoffenheim, meldete sich der Dino der Liga runderneuert zurück – und landete mit dem 1:0 (1:0) gegen Hannover einen überlebenswichtigen Sieg im Abstiegskampf! Nach dem ersten Heimsieg der Rückrunde trägt Hamburg die Köpfe wieder oben.

Es gab kein Halten mehr. Nicht auf dem Feld, noch viel weniger auf der HSV-Bank. Und schon gar nicht auf der Tribüne. Jubel, Trubel, ein nicht enden wollendes „Niemals Zweite Liga“ aus den Kehlen der Fans. Lang‘ ist her, dass der Volkspark so bebte. „Das war für uns, unsere Fans und ganz Hamburg ein Brustlöser“, jubilierte Kapitän Heiko Westermann.

Es geht doch. Weil die Profis gerade in dem Moment, in dem kaum noch jemand an sie glaubte, scheinbar verstanden haben. Angetrieben von den Fans, die wie noch selten zuvor hinter ihrem Team standen. „Auch das waren Signale, die ankamen“, berichtete Marcell Jansen. Die Botschaft: Hier stemmt sich ein Verein endlich mit aller Vehemenz gegen den Abstieg.

Erst zieht er nach innen, dann hält er drauf: Heung Min Son vernaschte die komplette Abwehr von Hannover 96.
Erst zieht er nach innen, dann hält er drauf: Heung Min Son vernaschte die komplette Abwehr von Hannover 96.
 Foto: WITTERS

Ein Wille, der früh Wirkung zeigte. Son, der den erkrankten Petric ersetzte, zielte in der 2. Minute noch daneben, ehe es schon spielentscheidend rappelte: Der Koreaner tanzte die 96-Abwehr aus, traf dann flach mit rechts ins rechte Eck (16.). Eine Erlösung, die den HSV nur noch wilder und aufmüpfiger machte. Es lief einfach. Jansen vergab das sichere 2:0 (16.), Son (19.), Berg (35.) und Westermann (35.) vergaben ebenfalls.

Die mangelnde Chancenverwertung war dann auch der einzige Grund für Thorsten Fink, nach der Auferstehung Kritik zu üben. „Das müssen wir noch besser machen“, so der Trainer, nachdem Berg (54.) und Son (75./88.) auch nach dem Wechsel Hochkaräter verballerten. Gezittert werden musste dennoch kaum – weil Hannover allenfalls durch Panders Freistoß (57.) und Hagguis Kopfball (68.) gefährlich wurde.

Der Rest war Jubel, fast wie nach einem Titelgewinn. Nur Fink scheint dem Braten noch nicht so ganz zu trauen – weil er seine Profis besser kennt als jeder andere. „Die Mannschaft hat von Anfang an gezeigt, was sie wollte“, lobte der Trainer, schob dann aber nach: „Sie hat es heute gezeigt, ich betone: heute! Sie muss nächste Woche in Nürnberg dasselbe Gesicht zeigen. Da bin ich schon jetzt gespannt drauf …“

Ein Griff in die Psychokiste. Fink will die Spannung hochhalten, nicht lockerlassen. Gelingt es ihm, das gestern gezeigte Sieger-Gen zu transportieren, könnte die aus Hamburger Sicht so schlimme Saison schon am kommenden Wochenende doch positiv enden – mit dem letzten Schritt zum Klassenerhalt! 

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