Liebe MOPO-Leser,
was soll denn die ganze Aufregung? Haben wir nicht alle Besseres zu tun, als unseren lieben Bundespräsidenten anzuschwärzen? Statt für Tante Bärbel Kastanienmännchen zu basteln und Onkel Herbert ein Gedicht zu schreiben, stürzen sich nun alle auf das Staatsoberhaupt.
Die Spitze allen Übels ist dieser Walter Scheel! Er selbst war von 1974 bis 1979 Bundespräsident und hat das Amt nachhaltig beschmutzt. Sie erinnern sich nicht? Mit dem Schlager „Hoch auf dem gelben Wagen“ machte der FDP-Politiker verbotenerweise Parteienwerbung und stürzte das Land in eine schlimme Schockstarre!
Ein singender Bundespräsident? Furchtbar! Da der erste Mann im Staate Vorbild für alles ist, eiferten ihm schnell ein paar andere Persönlichkeiten nach: Bundestrainer Helmut Schön schmetterte „Buenos Dias, Argentina“ und auch erst durch Walter Scheel wurde Dieter Bohlen ermutigt, Modern Talking zu gründen. Auch an den Castingshows ist Walter Scheel schuld, denn er machte klar, dass man nicht singen können muss, um in die Charts zu kommen. Schlimm!
Und nun kommt ausgerechnet dieser Mann, der wohl auch Guildo Horn, Scooter und Blümchen erst möglich gemacht hat, und spricht von Sorge um das Bundespräsidentenamt. Das hätte er sich mal früher überlegen sollen! Jetzt ist es zu spät und der liebe Christian Wulff muss sich den bösartigen Attacken von Politikern und Medien stellen.
Vielleicht sollte er auch anfangen zu singen, um von seinen ganzen Amigos wie Carsten Maschmeyer und Egon Geerkens abzulenken. Vielleicht fragt er mal bei Franz Beckenbauer nach und singt noch mal „Gute Freunde kann niemand trennen“. Es würde wohl einiges erklären und Hitpotenzial hat es erwiesenermaßen auch …
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Tobi Schlegl