Liebe MOPO-Leser,
Frank Arnesen ist nicht nur ein mutiger, sondern auch ein mächtiger Mann. Jetzt, da er Trainer und Manager in einer Person ist, darf er die Spieler, die er kauft, endlich auch aufstellen. Im Zweifel wird er vor dem Spiel nun auch noch in das Dino-Kostüm steigen, Lotto King Karl vom Kran schubsen und selbst „Hamburg meine Perle“ schmettern.
Ich bin jedenfalls für die Ämterhäufung, denn gerade in Hamburg sollte sie an anderer Stelle viel offensiver gelebt werden. Zwar hat Bürgermeister Olaf Scholz sich noch dazu durchringen können, einen Senat zu benennen, doch jeder weiß, dass er der starke Mann im Rathaus ist. Eigentlich geht es den anderen Senatoren – die Kultur ausgenommen – wie Rudolfo Cardoso: Am Anfang ihrer Amtszeit dürfen sie mal kurz in die erste Reihe, und jetzt pumpen sie wieder nur den Ball auf und kontrollieren Übungen.
Auch bundesweit kuschen alle Mutti Merkel hinterher. Warum also nicht dem Vorbild des HSV folgen und Merkel nicht nur zur Kanzlerin, sondern auch gleich noch zur Vize-Kanzlerin machen? Warum wird Scholz nicht auch gleich Umwelt-, Innen-, Justiz- und Wirtschaftssenator?
Mit dem starken Arnesen wird es beim HSV jetzt viel besser: Die Champions League muss das Ziel sein! Vorbild des HSV ist übrigens nicht Wolfsburg, wo Magath eine ähnliche Ämterhäufung hat, sondern das Fernsehen! Jauch macht sowohl ARD als auch RTL glücklich, und Pilawa darf demnächst weitere 120 Shows für das ZDF moderieren. Vielleicht könnte der als bekennender HSV-Fan auch gleich Arnesen ablösen, falls das ganze Trainer-Manager-Kommando doch in die Hose geht ...
Eine schöne Woche wünscht,
Tobi Schlegl